Sandra: Zwei Wechsel, ein Plan und die Sicherheit, genau das richtige zu studieren

Arbeitgeber und Studium? Für Sandra Kukulka ist das die beste Kombination. Nach zwei abgebrochenen Studiengängen an der Universität ist Medieninformatik an der Studienakademie Dresden nun ihre endgültige Wahl. Geregelte Arbeitszeiten, praktisches Lernen und ein monatliches Gehalt inklusive. Dass sie als Studentin ihre Miete selbst bezahlen kann, ist für sie nur das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem „i“.

Vorlesungen, Übungen, Seminare all das kennt Sandra schon aus ihrem Universitätsstudium. Neu an der Berufsakademie ist die Verzahnung von Theorie- und Praxisphase. Zwei Monate arbeitet sie in ihrem Praxisunternehmen, der Web-Agentur „Tyclipso“. Danach ruft die Berufsakademie, kurz BA genannt. Zu Studienbeginn findet der Wechsel noch häufiger statt. Mittlerweile, im zweiten Semester ihres Studiums, schließen sich an drei Monate Arbeit in der Agentur stets drei Monate BA an. Dass es durch diese Struktur für BA-Studenten keine Semesterferien gibt, stört Sandra nicht. „Stattdessen habe ich ganz normalen Urlaubsanspruch während der Praxisphasen“, erklärt sie.

Dann haben Vorlesungen und Prüfungen zwar Pause, dafür wird das Anwenden des Gelernten großgeschrieben. Von Anfang an habe sie mit den Kollegen an den Projekten gearbeitet, die alltäglich bei ihrem Arbeitgeber „Tyclipso“ anfallen. Komplexe Anwendungen im Internet-Marketing gehören für Sandra ebenso dazu wie die Entwicklung von Programmen und Bedienoberflächen im Internet. So war sie von Anfang an dabei, als die Homepage für „Pack dein Studium“ neu gestaltet wurde. Selbst noch mitten im Studium steckend gehört Sandra schon zum festen Entwicklerteam der Web-Agentur.

In ihrem Universitätsstudium war da immer bei ihr das Gefühl, dass die Praxis zu kurz käme. Mit Slawistik begann ihr Einstieg ins Studentenleben. Als Kind polnischer Eltern habe sie zwar polnisch gelernt, konnte es aber weder lesen noch schreiben. Deshalb sollte es ein Slawistik-Studium sein. Das war der Plan – und der ist aufgegangen. Polnisch zu lesen und zu schreiben, das hat sie gelernt. Zu theoretisch aber war ihr der Lehrplan, mehr Handfestes sollte es stattdessen sein. Neuer Versuch, neues Fach, alte Uni.

Sie schrieb sich im Fach Medieninformatik ein und fand sich plötzlich in einem riesigen Studiengang wieder. „Von der Slawistik kannte ich kleine Seminargruppen, jetzt saß ich manchmal mit 300 Kommilitonen in der Vorlesung. Das war mir zu viel.“ Das Fach passte, Medieninformatik sollte es bleiben – nur kleiner, enger, strukturierter und mit viel mehr Praxis – so wie an der Berufsakademie, von der Sandras WG-Mitbewohner damals erzählte.

Also ein neuer Neuanfang. Diesmal einer mit Bewerbung. „Tyclipso“ war nicht das einzige Unternehmen, das Sandra sofort genommen hätte. „Zum ersten Mal sind nicht nur die Schulnoten ins Gewicht gefallen, sondern auch meine Motivation und meine Ziele.“ Ein gutes Gefühl. Nicht nur Sandras Selbstwertgefühl profitierte davon, sie ging auch viel gelassener in die Gehaltsverhandlung. Die müssen zukünftige BA-Studenten nämlich ebenfalls selbst führen. Über die Mindestgrenze von 450 Euro hinweg ist vieles möglich. Das spornt an.

Noch hat die gebürtige Niedersächsin vier Semester Studium vor sich. Nach dem Bachelor-Abschluss lockt die Übernahme in die Agentur. Bestens ausgebildete Absolventen haben beste Chancen, direkt von den Praxispartnern übernommen zu werden. Und später? „Erst mal arbeiten und Erfahrungen sammeln“, freut sich Sandra auf die Zeit nach dem Studium. „Und dann vielleicht noch ein Masterstudium.“ Die Möglichkeiten dafür stehen ihr als Absolventin der Berufsakademie offen.