Nadja: Brücken schlagen

Nadja, Diplom-Geoökologin, schwört auf interdisziplinäre Studiengänge. Noch so ein Wort, mit dem sich Abiturienten auseinandersetzen müssen. Interdisziplinäre Studiengänge sind all jene, die verschiedene Wissenschaftsdisziplinen beinhalten. Dabei geht es darum, „Global Player“ auszubilden, die sich neben Expertenwissen auch in anderen Fachrichtungen auskennen. „Brücken schlagen“ ist das Motto. Nadja ist diesem bereits 1996 gefolgt, als sie sich in Freiberg für Geoökologie einschrieb: „Ich habe mich schon immer für Geologie und Biologie interessiert und mir auch beide Studiengänge angesehen. Geoökologie, eine Mischung aus beiden Fachrichtungen, wurde damals gerade gegründet. Freiberg war zu dem Zeitpunkt eine der wenigen Unis in Deutschland, die das anbot. Im Hauptstudium belegte ich vier Vertiefungen: Mikrobiologie, Umweltanalytik, Geotechnik, also Bergbau, und Hydrogeologie.“

Während ihres Studiums hat Nadja in einer Naturschutzstation gearbeitet und Schüler in den Ferien betreut. Später hat sie bei der Landestalsperrenverwaltung geholfen, Wasserproben zu analysieren. Durch das interdisziplinäre Angebot ihres Studiums hat sie ihre Diplomarbeit in der Mikrobiologie schreiben können. Das und die speziell an der Uni gelernte Fluoreszenzmikroskopie haben ihr zu ihrem ersten Job verholfen: „Ich habe mich an der Dresdner Uniklinik beworben, wo jemand für ein Forschungsprojekt in der Reproduktionsmedizin gesucht wurde. Ich habe auch Vorträge gehalten, an eigenen Veröffentlichungen gearbeitet und bin viel rumgekommen.“ Das Berufsfeld solcher Studiengänge ist vielfältig. Nadjas Kommilitonen arbeiten z.B. in Ingenieurbüros, Umweltämtern, Umweltredaktionen sowie in der Entsorgung, Abfallwirtschaft, Wasserwirtschaft, Hygiene oder Öffentlichkeitsarbeit gefunden. „Man steht in all diesen Disziplinen aber in Konkurrenz mit den Fachstudenten. Daher ist eine Spezialisierung irgendwann schon notwendig. Aber man ist vom Wissen her breiter aufgestellt und kann Brücken schlagen."

Bei ihrem jetzigen Job im Schülerlabor DeltaX des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) kommt ihr die Vielfalt der Ausbildung zu Gute. „Ich habe während meines Studiums festgestellt, dass ich gern mit Jugendlichen arbeite. Als 2012 ein Mitarbeiter für das Schülerlabor gesucht wurde, habe ich mich beworben und den Job bekommen.“ Das HZDR ist mit etwa 1.100 Mitarbeitern das größte außeruniversitäre Forschungsinstitut in Sachsen. „Ins Schülerlabor kommen im Jahr aktuell 2.500 Schüler. Wir wollen das Interesse an Physik und den Naturwissenschaften wecken und zeigen, was man als Wissenschaftler, Techniker oder sonst so im MINT-Bereich machen kann. Mit meiner jetzigen Arbeitsstelle bin ich sehr glücklich.“