Michael: In der Welt zu Hause

Michael wollte eigentlich Pilot werden, bis er feststellte, dass Piloten gar nicht so viel mit Technik zu tun haben, wie er sich das vorgestellt hatte. Jetzt hat Michael sein Masterstudium als Wirtschaftsingenieur abgeschlossen und war schon zweimal in China. Für Studenten an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig ist ein Praxissemester Pflicht. » Das erste Mal war ich zum Praktikum bei BMW in Shenyang/Nordchina. Im Master habe ich dann chinesisch gelernt und bin nochmal für vier Monate an die Partnerhochschule der HTWK Leipzig nach Hangzhou in der Nähe von Shanghai gegangen. « Das Reisen war auch der Grund, warum sich der 29-Jährige für Wirtschaftsingenieurwesen an genau dieser Hochschule entschieden hat: » Ich wusste, was ich studieren wollte, aber nicht genau wo. Ich habe mich dann unter anderem in der Broschüre › Pack dein Studium ‹ schlau gemacht. Dort wurde die HTWK Leipzig vorgestellt, die mir mit ihrer Praxisnähe und den vielen Auslandskooperationen sofort gefallen hat. Genau das habe ich gesucht. Später habe ich die Kampagne › Pack dein Studium ‹ selbst bei verschiedenen Messen vorgestellt und über meine Art der Studienfindung berichtet. «

Michaels Schwerpunkt ist die Elektrotechnik. Ganz so neu waren die Studieninhalte für ihn aber nicht. Vor seinem Studium hat er Elektriker gelernt und bereits ein Jahr in der Produktentwicklung gearbeitet. » Ich habe mich viel mit Ingenieuren unterhalten, fand es aber auch spannend, was der Vertrieb macht. Also habe ich mein Abi nachgeholt und angefangen Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren. «

Dennoch hat Michael bei der Wahl seines Studiums großen Wert auf Technik gelegt. » Das sollte für mich die Grundlage sein. Die ersten beiden Semester waren wirklich hart. Da habe ich schon gezweifelt, ob ich das alles schaffen kann. Ich bin kein Mathematiker und auch kein angewandter Physiker, musste die Kurse trotzdem besuchen. Aber meine Kommilitonen saßen im selben Boot wie ich. Wir haben uns unterstützt, indem wir gemeinsam gelernt haben. Und ich dachte immer: Andere vor dir haben das auch geschafft «, sagt er und lacht. » Nach dem Grundstudium kommt dann der angenehme Teil des Studiums – so misst man schon mal im Sommer Solarmodule mit Blick über Leipzig. « Michael arbeitete auch in einer der Hochschulgruppen an der HTWK Leipzig mit, bei der Studierende selbst einen Roboter bauen und damit am internationalen Wettbewerb Eurobot teilnehmen.

Schlüsselerlebnisse waren für ihn aber Module in Medizintechnik und Projektmanagement: » Wir haben uns z. B. in der Uniklinik Leipzig die Technik im OP anschauen können. Toll fand ich auch, dass Manager uns in Seminaren von ihren Erfahrungen berichtet haben. Beides hat mich inspiriert. Roboter sind im Moment noch eher ein Spielzeug beziehungsweise werden hauptsächlich in der Industrietechnik eingesetzt. Ich würde sie gern in der Medizintechnik nutzen oder einen Roboter konstruieren, der uns den Alltag erleichtert «, träumt Michael.

Seinen ersten Job nach dem Studium fand Michael bei Vishay, einem der größten Hersteller von elektronischen Bauelementen. Im Produktmanagement hilft er den europäischen Kunden seines Arbeitgebers, innovative und bezahlbare Lösungen für die Elektronik von Morgen zu finden.