Marie: Ich liebe die Reaktion des Publikums

Schon im Kinderchor schulte sie ihre Stimme. Mit 21 feierte sie singend ihr Operndebüt. Der Vorhang öffnet sich, die Musik ertönt und eine wunderbare Stimme schallt über die Saloppe, dem kleinen Freilufttheater direkt an der Elbe in Dresden. Das Stück ist eine Produktion der Serkowitzer Volksoper, bei der die Musikstudentin Marie eine entscheidende Rolle spielt oder besser – singt.

» Ich liebe die Reaktion des Publikums, vor allem zu merken, dass den Menschen eine Begeisterungsfähigkeit innewohnt, die ich mit meinem Gesang wecken kann «, antwortet die 24-jährige Sopranistin auf die Frage, warum sie Operngesang studiert. 2012 feierte sie ihr Operndebüt als Barbarina in der Hochschulinszenierung von Mozarts » Le nozze di Figaro « in Dresden. 2015 konnte sie im Rahmen der Bachwoche in Stuttgart unter Leitung von Hans- Christoph Rademann in einigen Konzerten als Solistin mitwirken. Das alles meistert sie, obwohl sie erst im zweiten Semester Gesang/Oper an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden studiert. Doch bevor es auf die Bühne geht, stehen unter anderem Klavierspielen, dramaturgischer Unterricht, Musiktheorie, Bühnentanz und immer wieder Ge sang, Gesang und Gesang auf dem Studienplan. Neben der umfassenden Ausbildung an der Hochschule sind es gerade diese kleinen Produktionen, die den Studenten zeigen, wie später das Berufsleben aussehen wird.

Das Besondere an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber ist, dass bereits während des Studiums Produktionen inszeniert werden. Dafür pflegt die Hochschule eine Kooperation mit dem Staatsschauspiel Dresden. Diese ist einmalig in Deutschland und bietet den Studenten eine Spielstätte, in der sie ihre Inszenierungen regelmäßig einem breiten Publikum präsentieren können.

Marie schult ihre Stimme schon sehr lange – erst im Kinderchor und später beim Gesangsunterricht. Sie hat an der Musikhochschule Dresden ihr Diplom im Fach Gesang absolviert, bevor sie ihr Masterstudium in der Opernklasse begann. Um zu diesem Studiengang zugelassen zu werden, musste sie eine Aufnahmeprüfung in Musiktheorie, Stimm- und Gehörbildung absolvieren und natürlich vorsingen. » Das ist eine sehr aufregende Situation, aber später muss man sich schließlich auch einem kritischen Publikum stellen «, sagt Marie. Die Studienentscheidung hängt ihrer Meinung nach sehr davon ab, wie man später leben möchte. Marie hat vor, als freie Opernsängerin zu arbeiten. Nicht nur beruflich, sondern auch privat genießt Marie Dresden sehr: » Super ist die Kultur-und Kunstatmosphäre in der Stadt. Der Fluss ist wunderschön und ich gehe gern im Prießnitzgrund spazieren. «

Marie begeistert die Menschen mit ihrer Stimme, an der Hochschule lernt sie dafür das Handwerkszeug. Das erkennt auch das Publikum in der Saloppe an und spendet an diesem Abend viel und lange Beifall.