Jennifer und Erik: Straftätern auf der Spur

Fingerabdrücke im Internet aufspüren? Für die angehenden IT-Experten Erik und Jennifer ist das eine ihrer leichtesten Übungen. Polizei, Kriminalamt und Gerichte brauchen sie, um Straftaten aufzudecken.

Was fasziniert Euch an der Forensik?
Jennifer: Forensiker untersuchen Kriminalfälle systematisch. Gerade die Kombination aus den verschiedenen Themenkomplexen der Informatik, Kriminologie und Kriminalistik zusammen mit den biologischen Grundlagen macht für mich den Reiz aus.
Erik: Ich war auf der Suche nach einem Studiengang, der Zukunft hat und mir ein spannendes Berufsfeld eröffnet. So bin ich auf Forensik an der Hochschule Mittweida gestoßen. Am meisten interessiert mich der digitale Bereich. Gerade jetzt, wo die Digitalisierung eine immer größere Rolle spielt, bin ich einfach nur erstaunt, was wir alles lernen und was alles möglich ist.

Wie ist der Studiengang aufgebaut?
Erik: Wir bekommen einen Einblick in viele IT-Bereiche. Das reicht von der grundlegenden Java-Programmierung über Systemadministration oder Data-Mining bis hin zur praktischen Rekonstruktion von Festplatten mit Hilfe eines Programmes. Zu Beginn des Studiums hatten wir Unterricht im Bereich der allgemeinen Forensik. Jetzt im 4. Semester geht alles mehr und mehr in die IT-Richtung, was ich auch gut so finde.
Jennifer: Genau, zuerst stand das Grundlagenstudium mit Modulen wie Mathematik, Programmierung, Biologie und Physik auf dem Plan. In den höheren Semestern wurden die Module dann immer spezieller und richteten sich mehr in die Art der Arbeit aus, die uns beispielsweise bei der Polizei erwarten würde. Man bekommt in den Modulen immer einen theoretischen Einblick, der im Praktikum dann vertieft und angewendet wird.

Brauchtet Ihr spezielle Vorkenntnisse und wie habt Ihr Euch auf das Studium vorbereitet?
Jennifer: Theoretisch sind kaum Vorkenntnisse nötig, wir lernen ja so gut wie alles in Mathematik, Physik und Informatik von Grund auf. Allerdings werden die Themen schnell komplexer. Deshalb bietet die Hochschule vor dem ersten Semester Vorkurse an, die die nötigen Kenntnisse vermitteln. Diese habe ich allerdings nicht besucht, da ich in Informatik Abitur gemacht habe. Für Mathe und Physik haben wir uns dann während des Semesters in Lerngruppen zusammen gefunden, um uns gegenseitig zu helfen.
Erik: Wer an ein Forensik-Studium denkt, sollte einen PC bedienen können. Der Rest wird einem beigebracht.

Welche Herausforderungen im Studium gab es oder gibt es?
Erik: Ich muss gestehen, das Studium fällt mir nicht immer so leicht wie ich es mir wünschen würde, aber mit etwas Mühe und viel Lernen ist das zu schaffen. Ich habe bisher alles überstanden. Meine größte Herausforderung ist und war die Mathematik.
Jennifer: So geht es den meisten aus unserem Jahrgang, Mathe im ersten Semester und Physik im zweiten Semester ist für viele eine Hürde. Aber mit viel Fleiß und Hilfe untereinander ist das Pensum machbar. Man muss sich eben etwas reinhängen, aber das ist ja bei den meisten MINT Studiengängen so.

Forensik als Studiengang bieten deutschlandweit nur vier Hochschulen an, warum habt Ihr Euch für Mittweida entschieden?
Jennifer: Für mich war die Kombination „Allgemeine und Digitale Forensik“ ausschlaggebend. Und die gibt es tatsächlich nur in Mittweida. Außerdem liegt Mittweida nur 1,5 Stunden Fahrtzeit von meiner Heimatstadt Hof entfernt. Perfekt, um meine Freundschaften zu Hause weiter zu pflegen.
Erik: Durch meine Nachbarin zuhause in Thüringen und eine Mitbewohnerin bin ich auf Mittweida gestoßen und dann auf den Studiengang Forensik. Andere Hochschulen wären für mich nur in Frage gekommen, hätte ich was anderes studiert.

Mittweida als Stadt …
Erik: … ist recht klein. Alles ist sehr nah zusammen und schnell zu erreichen. Es fühlt sich familiär an hier. Zum Studieren ist Mittweida völlig ausreichend, vielleicht sogar besser als andere Städte. Wer möchte, kann auch hier rund um die Uhr feiern und wilde Partys haben oder die Seele im Park baumeln lassen. Und wer in Shopping-Laune ist, erreicht Chemnitz mit dem Zug in 20 Minuten.
Jennifer: …gefällt mir sehr, weil es hier wenig anonym ist. Man trifft Dozenten und Professoren beim Einkaufen oder bei einem Bier im Studentenclub – das gibt es in Dresden oder Leipzig wohl eher nicht und zeigt auch das familiäre Verhältnis an der Hochschule selbst. Wir sind im Sommer viel draußen, verbringen die Zeit mit Freunden im Park oder an der Torfgrube. Und für Musikliebhaber egal welcher Richtung werden regelmäßig Konzerte von den Studenten organisiert.

Und danach? Habt Ihr schon Pläne nach dem Abschluss?
Erik: Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich einen Master machen möchte, aber wenn, dann am liebsten in Mittweida.
Jennifer: Ich wäge gerade zwischen mehreren Möglichkeiten ab. Ich könnte mich beim Bundes- oder einem Landeskriminalamt bewerben oder überlege, einen Master in Forensik oder Kriminologie zu machen.