Mark liebt und lebt für den Wald

»Ich bin im Wald groß geworden, gehe jagen oder einfach nur spazieren. Es wurde Zeit für mich zu wissen, wo Holz eigentlich herkommt.« Heute studiert Mark Forstwissenschaften an der TU Dresden.

Holz als Leidenschaft
Nach Abitur, Wehrdienst und kurzer Auszeit in Schweden hat Mark eine Ausbildung zum Tischler begonnen und als Innungsbester abgeschlossen. Sein Interesse am Rohstoff Holz war mittlerweile so groß, dass ihm das Wissen um dessen Verarbeitung nicht mehr ausreichte. »Außerdem wollte ich sowieso studieren, einfach, um es mal gemacht zu haben«, sagt Mark und lacht. »Bei Forstwissenschaften machst du wirklich alles, von biologischen Prozessen, Grundlagenchemie, Bodenkunde, Insekten- und Waldwachstumslehre, Mathematik, Statistik bis hin zu Inventur, Betriebsführung, Management und Forstpolitik.«

Von Dresden geflasht
Auf Dresden aufmerksam wurde Mark durch die Broschüre »Pack dein Studium«. »Das Interesse der Uni, junge Leute für ihre Studiengänge zu begeistern, hat mir imponiert. Naja und ich musste hier kein Vorpraktikum machen. Und nach 23 Jahren in meinem Heimatort Celle wollte ich irgendwohin, wo ich noch nie war und keinen kannte. Der Anblick der Elbpromenade hat mich dann auch gleich geflasht. Ich war erstaunt, wie groß das alles ist. Also zumindest für mich, der da irgendwo aus der Heide kommt.«

Familiär und feierfreudig
Obwohl zur TU Dresden gehörend, wird die Fachrichtung Forstwissenschaft 20 km außerhalb gelehrt. »Tharandt ist ein kleiner Ort. Dennoch gibt es hier alles, was man braucht. Es ist sehr familiär und ich habe schnell Anschluss gefunden. Die Professor*innen können sehr ernst sein, sind aber auch Kumpeltypen. Sie lassen dich niemals alleine. Und wir haben hier den Laufsteg für Forstmode. Der einzige Nachteil: Der Campus hat keine Kneipe. Dafür schätze ich die Nähe zur Dresdner Neustadt sehr, denn als Förster sollte man definitiv feiern können.«

Das Gespräch führten Caroline Förster und Thomas Scheufler.

»Ich bin im Wald groß geworden, gehe jagen oder einfach nur spazieren. Es wurde Zeit für mich zu wissen, wo Holz eigentlich herkommt.« Heute studiert Mark Forstwissenschaften an der TU Dresden.

Holz als Leidenschaft
Nach Abitur, Wehrdienst und kurzer Auszeit in Schweden hat Mark eine Ausbildung zum Tischler begonnen und als Innungsbester abgeschlossen. Sein Interesse am Rohstoff Holz war mittlerweile so groß, dass ihm das Wissen um dessen Verarbeitung nicht mehr ausreichte. »Außerdem wollte ich sowieso studieren, einfach, um es mal gemacht zu haben«, sagt Mark und lacht. »Bei Forstwissenschaften machst du wirklich alles, von biologischen Prozessen, Grundlagenchemie, Bodenkunde, Insekten- und Waldwachstumslehre, Mathematik, Statistik bis hin zu Inventur, Betriebsführung, Management und Forstpolitik.«

Von Dresden geflasht
Auf Dresden aufmerksam wurde Mark durch »Pack dein Studium«. »Nach 23 Jahren in meinem Heimatort Celle wollte ich irgendwohin, wo ich noch nie war und keinen kannte. Der Anblick der Elbpromenade hat mich dann auch gleich geflasht. Ich war erstaunt, wie groß das alles ist. Also zumindest für mich, der da irgendwo aus der Heide kommt.«

Familiär und feierfreudig
Obwohl zur TU Dresden gehörend, wird die Fachrichtung Forstwissenschaft 20 km außerhalb gelehrt. »Tharandt ist ein kleiner Ort. Dennoch gibt es hier alles, was man braucht. Es ist sehr familiär und ich habe schnell Anschluss gefunden. Der einzige Nachteil: Der Campus hat keine Kneipe. Dafür schätze ich die Nähe zur Dresdner Neustadt sehr, denn als Förster sollte man definitiv feiern können.«

Das Gespräch führten Caroline Förster und Thomas Scheufler.

Lennert: Über Umwege zum Studium

Wenn der Weg über Schule und Abitur zur Hochschule ein gerader Weg ist, dann ist Lennert Berkhan Umwege gegangen. Dann hat er Schleichwege genommen, Berge erklommen und Zwischenhalte eingelegt. Ans Ziel gekommen ist der dennoch. Er hat studiert, ohne einen seiner Umwege zu bereuen. Das Bachelorzeugnis für Wirtschaftsinformatik ist in seiner Tasche, der Masterabschluss wird bald folgen.

Dass Noten die Studienwahl einmal entscheiden würden, das war ihm genauso klar, wie allen Schülern der neunten Klasse. Lennert schraubte trotzdem lieber an alten Rechnern, als in die Schulbücher zu schauen. Die Quittung kam mit dem Zeugnis. Mit miesen Noten ins Berufsleben zu starten, das war selbst dem PC-Spieler von damals nichts. Also wiederholte er die neunte Klasse, freiwillig.

Besser benotet schrieb sich die Bewerbung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung schon
leichter. Dass er sich verbessern kann, wenn er will, hat den zukünftigen Chef überzeugt. Und so tauschte Lennert das niedersächsische 2000-Seelen-Dorf, in dem er aufgewachsen ist, gegen Hannover ein, lernte drei Jahre erfolgreich den Beruf und sollte als Informatiker übernommen werden. Ziel erreicht, könnte man meinen. Doch Lennert schüttelt mit dem Kopf. »Vorher stand das nie auf meiner Liste, aber jetzt wollte ich studieren«.

Für das Gespräch hat Lennert einen Besprechungsraum bei SAP gebucht. Seit mehr als drei Jahren arbeitet er nun schon bei dem bekannten Softwarehersteller. Gerade hat der 25-Jährige sein Masterstudium für Angewandte Informatik an der HTW Dresden begonnen. Wer wie er ein Studium sucht, in dem Theorie und Praxis eng miteinander verknüpft sind, ist hier genau richtig. Knapp 4.800 Studierende sind in 47 Studiengänge eingeschrieben. 40 sind es im Masterstudiengang »Angewandte Informatik«, verteilt auf vier Fachbereiche. »Data Science« heißt seine Fachrichtung. Der Stoff ist anspruchsvoll, die Betreuung intensiv. Mit fünf Kommilitonen sitzt er in den Vorlesungen. 12 bis 13 Lehrveranstaltungen besucht er pro Woche. Zusätzlich ist er für 20 Wochenstunden bei SAP angestellt. Nebenher fürs Studium lernen, das geht nicht ohne Wochenende. »Mein Pensum ist krass«, sagt Lennert selbst. Aber für die Möglichkeiten, die ihm sein Arbeitgeber bietet, nimmt er das gerne in Kauf.

Im Gespräch fällt die Ruhe auf, die Lennert ausstrahlt. Alles an ihm wirkt überlegt. Eine Stärke, mit der er seinen ganz persönlichen Weg zum Studium gemeistert hat. Die Idee, dem frisch ausgebildeten Informatiker nach der Lehre neben seiner Stelle ein Studium zu ermöglichen, hat sein Ausbildungsbetrieb damals nicht unterstützt. Davon abbringen ließ Lennert sich dennoch nicht. Er machte sich als Informatiker selbstständig, überbrückte damit ein Jahr und meldete sich in der Fachoberschule an. Mit dem Fach-Abitur in der Tasche, sprach er beim Softwareentwickler SAP vor – und bekam den Job. Und das Studium, von dem er nicht lassen wollte? Das verband er mit dem Beruf. Mit der Berufsakademie als akademischen Partner war das möglich.

Für das duale Studium zog Lennert nach Dresden. Mit der SAP-Zweigstelle und der Berufsakademie hatte er alles vor Ort. Die Teilung in Theorie- und Praxisphasen empfand er als großen Pluspunkt des BA-Studiums. Stoff, den er in den Lehrveranstaltungen erarbeitet hatte, direkt in den Studienarbeiten bei SAP anwenden zu können – für ihn perfekt. In mehrere Abteilungen bei SAP konnte Lennert so schnuppern, sogar im Ausland. Für 2,5 Monate arbeitete er bei SAP im kanadischen Montreal. Mittlerweile hat er das Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen. Der Master-Abschluss ist die nächste Station. Ob er auch das Ziel seines Wegs ist? Lennert überlegt. »Dr. Berkhan klingt eigentlich auch nicht schlecht, oder?«

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Wenn der Weg über Schule und Abitur zur Hochschule ein gerader Weg ist, dann ist Lennert Berkhan Umwege gegangen. Ans Ziel gekommen ist der dennoch. Er hat studiert, ohne einen seiner Umwege zu bereuen. Das Bachelorzeugnis für Wirtschaftsinformatik ist in seiner Tasche, der Masterabschluss wird bald folgen.

Dass Noten die Studienwahl einmal entscheiden würden, das war ihm schon klar. Lennert schraubte trotzdem lieber an alten Rechnern. Die Quittung kam mit dem Zeugnis. Mit miesen Noten ins Berufsleben zu starten, das war selbst dem PC-Spieler von damals nichts. Also wiederholte er die neunte Klasse, freiwillig. Besser benotet schrieb sich die Bewerbung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung schon leichter. Dass er sich verbessern kann, wenn er will, hat den zukünftigen Chef überzeugt. Und so tauschte Lennert das niedersächsische 2000-Seelen-Dorf, in dem er aufgewachsen ist, gegen Hannover ein, lernte drei Jahre erfolgreich den Beruf und sollte als Informatiker übernommen werden. »Vorher stand das nie auf meiner Liste, aber jetzt wollte ich studieren«.

Gerade hat der 25-Jährige sein Masterstudium für Angewandte Informatik an der HTW Dresden begonnen. Wer wie er ein Studium sucht, in dem Theorie und Praxis eng miteinander verknüpft sind, ist hier genau richtig. Knapp 4.800 Studierende sind in 47 Studiengänge eingeschrieben. 40 sind es im Masterstudiengang »Angewandte Informatik«, verteilt auf vier Fachbereiche. »Data Science« heißt seine Fachrichtung. Der Stoff ist anspruchsvoll, die Betreuung intensiv. Mit fünf Kommilitonen sitzt er in den Vorlesungen. 12 bis 13 Lehrveranstaltungen besucht er pro Woche. Zusätzlich ist er für 20 Wochenstunden bei SAP angestellt. 

Im Gespräch fällt die Ruhe auf, die Lennert ausstrahlt. Alles an ihm wirkt überlegt. Eine Stärke, mit der er seinen ganz persönlichen Weg zum Studium gemeistert hat. Die Idee, dem frisch ausgebildeten Informatiker nach der Lehre neben seiner Stelle ein Studium zu ermöglichen, hat sein Ausbildungsbetrieb damals nicht unterstützt. Davon abbringen ließ Lennert sich dennoch nicht. Er machte sich als Informatiker selbstständig, überbrückte damit ein Jahr und meldete sich in der Fachoberschule an. Mit dem Fach-Abitur in der Tasche, sprach er beim Softwareentwickler SAP vor – und bekam den Job. Und das Studium, von dem er nicht lassen wollte? Das verband er mit dem Beruf. Mit der Berufsakademie als akademischen Partner war das möglich.

Für das duale Studium zog Lennert nach Dresden. Mit der SAP-Zweigstelle und der Berufsakademie hatte er alles vor Ort. Die Teilung in Theorie- und Praxisphasen empfand er als großen Pluspunkt des BA-Studiums. Stoff, den er in den Lehrveranstaltungen erarbeitet hatte, direkt in den Studienarbeiten bei SAP anwenden zu können – für ihn perfekt. In mehrere Abteilungen bei SAP konnte Lennert so schnuppern, sogar im Ausland. Für 2,5 Monate arbeitete er bei SAP im kanadischen Montreal. Mittlerweile hat er das Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen. Der Master-Abschluss ist die nächste Station. Ob er auch das Ziel seines Wegs ist? Lennert überlegt. »Dr. Berkhan klingt eigentlich auch nicht schlecht, oder?«

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Gina: Einmal Wirtschaft mit Sprachen, bitte!

Auf dem Weg zum Abitur entdeckte Gina ihre Liebe zu slawischen Sprachen, machte ihrem ursprünglichen Lebensplan einen Strich durch die Rechnung und studiert nun an der Hochschule Zittau/Görlitz den einzigartigen Studiengang Wirtschaft und Sprachen.

Gesucht und gefunden
Wirtschaft und Sprachen - beim ersten Hören klingt das, als wäre eine Studienkombination durcheinandergeraten. In Ginas Ohren klingt es nach einer besonderen Studienmöglichkeit, die sie lange gesucht hat. An der Hochschule Zittau/Görlitz hat sie sie gefunden. Hier kann man eine slawische Sprache kombiniert mit Wirtschaft studieren. Einen solchen Studiengang findet man nur zwei Mal in Deutschland. Gina ist in Meißen aufgewachsen und obwohl die beiden Nachbarländer Tschechien und Polen nur einen Steinwurf weit entfernt sind, war es der Russischunterricht am Gymnasium, der Ginas Liebe zu den slawischen Sprachen geweckt und ihre ursprünglichen Pläne auf den Kopf gestellt hat. »Eigentlich wollte ich Rechtspflege studieren«, erinnert sich Gina. Gefunden hat sie den einzigartigen Studiengang in Görlitz schließlich auf der Homepage der Hochschule, »durch simples Googlen«.

Von der Pike auf
Klassischer Sprachunterricht in den ersten Semestern gehört zu den Grundlagen des Studiums, egal ob man sich für Tschechisch oder Polnisch eingeschrieben hat. Vorkenntnisse in der jeweiligen Sprache sind nicht nötig, vermittelt wird die Sprache von der Pike auf. Muttersprachlerinnen und -sprachler unterrichten die Studierenden. Anders ist es mit Englisch. Das Sprachniveau B2 ist für die Einschreibung Pflicht. Zu den Sprachmodulen in Tschechisch oder Polnisch kommen in den ersten drei Semestern Unterrichtseinheiten zu wirtschaftlichen Grundlagen. Wen das wirtschaftliche Feld mehr reizt, der kann durch die Wahl spezieller Module seine Wirtschaftskompetenz weiter ausbauen oder sich wie Gina im sprachlichen Bereich profilieren und auf Dolmetschen und Übersetzen setzen.

Praktische Anwendung
Um die Praxis geht es dann im letzten Drittel des Studiums. Auf acht Semester ist der Studiengang ausgelegt, am Ende steht die Bachelorarbeit. Die hat Gina noch vor sich, ebenso wie die Prüfungen. Zuvor lockte erst einmal das Auslandspraktikum. Gina führte es für sechs Monate in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Goethe-Institutes in Prag. Im Team aus tschechischen Muttersprachlerinnen und -sprachlern waren vor allem die Übersetzungen ins Deutsche ihre Aufgabe und natürlich das Erkunden des Umlandes. »Durch Ausflüge in kleinere Städte des Landes habe ich gemerkt, dass dort Tschechischkenntnisse essentiell sind, weil kaum Englisch gesprochen wird.«

Görlitz genießen
Die Stadt, um die sich internationale Filmproduzentinnen und -produzenten als Kulisse für Historienstreifen reißen, ist für sie längst zur zweiten Heimat geworden. »Es wohnt sich hier einfach gut«, sagt Gina und meint das nicht nur mit Blick auf die günstigen Mieten. Gerade einmal 300 Euro kostet sie die kleine Einraumwohnung in der Innenstadt. Auch die Lage der Stadt ist perfekt für Ausflüge. Tschechien und Polen liegen quasi vor der Haustür. Dresden ist einer guten Stunde, Berlin in drei Stunden erreichbar. Nur 10 km muss man dagegen bis zum Berzdorfer See radeln. Dort verbringt Gina im Sommer am liebsten ihre Zeit.

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Auf dem Weg zum Abitur entdeckte Gina ihre Liebe zu slawischen Sprachen, machte ihrem ursprünglichen Lebensplan einen Strich durch die Rechnung und studiert nun an der Hochschule Zittau/Görlitz den einzigartigen Studiengang Wirtschaft und Sprachen.

Gesucht und gefunden
Wirtschaft und Sprachen - beim ersten Hören klingt das, als wäre eine Studienkombination durcheinandergeraten. In Ginas Ohren klingt es nach einer besonderen Studienmöglichkeit, die sie lange gesucht hat. An der Hochschule Zittau/Görlitz hat sie sie gefunden.  Hier kann man eine slawische Sprache kombiniert mit Wirtschaft studieren. Einen solchen Studiengang findet man nur zwei Mal in Deutschland. Es war der Russischunterricht am Gymnasium, der Ginas Liebe zu den slawischen Sprachen geweckt und ihre ursprünglichen Pläne auf den Kopf gestellt hat. »Eigentlich wollte ich Rechtspflege studieren«, erinnert sich Gina. Gefunden hat sie den einzigartigen Studiengang in Görlitz schließlich auf der Homepage der Hochschule, »durch simples Googlen«.

Von der Pike auf
Klassischer Sprachunterricht in den ersten Semestern gehört zu den Grundlagen des Studiums, egal ob man sich für Tschechisch oder Polnisch eingeschrieben hat. Vorkenntnisse in der jeweiligen Sprache sind nicht nötig, vermittelt wird die Sprache von der Pike auf. Muttersprachlerinnen und -sprachler unterrichten die Studierenden. Anders ist es mit Englisch. Das Sprachniveau B2 ist für die Einschreibung Pflicht. Zu den Sprachmodulen in Tschechisch oder Polnisch kommen in den ersten drei Semestern Unterrichtseinheiten zu wirtschaftlichen Grundlagen. Wen das wirtschaftliche Feld mehr reizt, der kann durch die Wahl spezieller Module seine Wirtschaftskompetenz weiter ausbauen oder sich wie Gina im sprachlichen Bereich profilieren und auf Dolmetschen und Übersetzen setzen.

Praktische Anwendung
Um die Praxis geht es dann im letzten Drittel des Studiums. Auf acht Semester ist der Studiengang ausgelegt, am Ende steht die Bachelorarbeit. Ein Auslandspraktikum führte Gina für sechs Monate in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Goethe-Institutes in Prag. Im Team aus tschechischen Muttersprachlerinnen und -sprachlern waren vor allem die Übersetzungen ins Deutsche ihre Aufgabe und natürlich das Erkunden des Umlandes. »Durch Ausflüge in kleinere Städte des Landes habe ich gemerkt, dass dort Tschechischkenntnisse essentiell sind, weil kaum Englisch gesprochen wird.«

Görlitz genießen
Die Stadt, um die sich internationale Filmproduzentinnen und -produzenten als Kulisse für Historienstreifen reißen, ist für sie längst zur zweiten Heimat geworden. »Es wohnt sich hier einfach gut«, sagt Gina und meint das nicht nur mit Blick auf die günstigen Mieten. Gerade einmal 300 Euro kostet sie die kleine Einraumwohnung in der Innenstadt. Auch die Lage der Stadt ist perfekt für Ausflüge. Tschechien und Polen liegen quasi vor der Haustür.

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Jennifer und Erik: Straftätern auf der Spur

Fingerabdrücke im Internet aufspüren? Für die angehenden IT-Experten Erik und Jennifer ist das eine ihrer leichtesten Übungen. Polizei, Kriminalamt und Gerichte brauchen sie, um Straftaten aufzudecken.

Was fasziniert Euch an der Forensik?
Jennifer: Forensikerinnen und Forensiker untersuchen Kriminalfälle systematisch. Gerade die Kombination aus den verschiedenen Themenkomplexen der Informatik, Kriminologie und Kriminalistik zusammen mit den biologischen Grundlagen macht für mich den Reiz aus.
Erik: Ich war auf der Suche nach einem Studiengang, der Zukunft hat und mir ein spannendes Berufsfeld eröffnet. So bin ich auf Forensik an der Hochschule Mittweida gestoßen. Am meisten interessiert mich der digitale Bereich. Gerade jetzt, wo die Digitalisierung eine immer größere Rolle spielt, bin ich einfach nur erstaunt, was wir alles lernen und was alles möglich ist.

Brauchtet Ihr spezielle Vorkenntnisse und wie habt Ihr Euch auf das Studium vorbereitet?
Jennifer: Theoretisch sind kaum Vorkenntnisse nötig, wir lernen ja so gut wie alles in Mathematik, Physik und Informatik von Grund auf. Allerdings werden die Themen schnell komplexer. Deshalb bietet die Hochschule vor dem ersten Semester Vorkurse an, die die nötigen Kenntnisse vermitteln. Diese habe ich allerdings nicht besucht, da ich in Informatik Abitur gemacht habe. Für Mathe und Physik haben wir uns dann während des Semesters in Lerngruppen zusammen gefunden, um uns gegenseitig zu helfen.
Erik: Wer an ein Forensik-Studium denkt, sollte einen PC bedienen können. Der Rest wird einem beigebracht.

Welche Herausforderungen im Studium gab es oder gibt es?
Erik: Ich muss gestehen, das Studium fällt mir nicht immer so leicht wie ich es mir wünschen würde, aber mit etwas Mühe und viel Lernen ist das zu schaffen. Ich habe bisher alles überstanden. Meine größte Herausforderung ist und war die Mathematik.
Jennifer: So geht es den meisten aus unserem Jahrgang, Mathe im ersten Semester und Physik im zweiten Semester ist für viele eine Hürde. Aber mit viel Fleiß und Hilfe untereinander ist das Pensum machbar. Man muss sich eben etwas reinhängen, aber das ist ja bei den meisten MINT Studiengängen so.

Forensik als Studiengang bieten deutschlandweit nur vier Hochschulen an, warum habt Ihr Euch für Mittweida entschieden?
Jennifer: Für mich war die Kombination »Allgemeine und Digitale Forensik« ausschlaggebend. Und die gibt es tatsächlich nur in Mittweida. Außerdem liegt Mittweida nur 1,5 Stunden Fahrtzeit von meiner Heimatstadt Hof entfernt. Perfekt, um meine Freundschaften zu Hause weiter zu pflegen.
Erik: Durch meine Nachbarin zuhause in Thüringen und eine Mitbewohnerin bin ich auf Mittweida gestoßen und dann auf den Studiengang Forensik. Andere Hochschulen wären für mich nur in Frage gekommen, wenn ich etwas anderes studiert hätte.

Mittweida als Stadt …
Erik: … ist recht klein. Alles ist sehr nah zusammen und schnell zu erreichen. Es fühlt sich familiär an hier. Zum Studieren ist Mittweida völlig ausreichend, vielleicht sogar besser als andere Städte. Wer möchte, kann auch hier rund um die Uhr feiern und wilde Partys haben oder die Seele im Park baumeln lassen. Und wer in Shopping-Laune ist, erreicht Chemnitz mit dem Zug in 20 Minuten.
Jennifer: …gefällt mir sehr, weil es hier wenig anonym ist. Man trifft Dozentinnen und Dozenten sowie Professorinnen und Professoren beim Einkaufen oder bei einem Bier im Studentenclub – das gibt es in Dresden oder Leipzig wohl eher nicht und zeigt auch das familiäre Verhältnis an der Hochschule selbst. Wir sind im Sommer viel draußen, verbringen die Zeit mit Freunden im Park oder an der Torfgrube. Und für Musikliebhaberinnen und -liebhaber egal welcher Richtung werden regelmäßig Konzerte von den Studenten organisiert.

Und danach? Habt Ihr schon Pläne nach dem Abschluss?
Erik: Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich einen Master machen möchte, aber wenn, dann am liebsten in Mittweida.
Jennifer: Ich wäge gerade zwischen mehreren Möglichkeiten ab. Ich könnte mich beim Bundes- oder einem Landeskriminalamt bewerben oder überlege, einen Master in Forensik oder Kriminologie zu machen.

Das Interview führte Franziska Lange.

Fingerabdrücke im Internet aufspüren? Für die angehenden IT-Experten Erik und Jennifer ist das eine ihrer leichtesten Übungen. Polizei, Kriminalamt und Gerichte brauchen sie, um Straftaten aufzudecken.

Was fasziniert Euch an der Forensik?
Jennifer: Forensikerinnen und Forensiker untersuchen Kriminalfälle systematisch. Gerade die Kombination aus den verschiedenen Themenkomplexen der Informatik, Kriminologie und Kriminalistik zusammen mit den biologischen Grundlagen macht für mich den Reiz aus.
Erik: Ich war auf der Suche nach einem Studiengang, der Zukunft hat und mir ein spannendes Berufsfeld eröffnet. So bin ich auf Forensik gestoßen. Am meisten interessiert mich der digitale Bereich. Gerade jetzt, wo die Digitalisierung eine immer größere Rolle spielt, bin ich einfach nur erstaunt, was wir alles lernen und was alles möglich ist.

Brauchtet Ihr spezielle Vorkenntnisse und wie habt Ihr Euch auf das Studium vorbereitet?
Jennifer: Theoretisch sind kaum Vorkenntnisse nötig, wir lernen ja so gut wie alles in Mathematik, Physik und Informatik von Grund auf. Allerdings werden die Themen schnell komplexer. Deshalb bietet die Hochschule vor dem ersten Semester Vorkurse an, die die nötigen Kenntnisse vermitteln. Für Mathe und Physik haben wir uns während des Semesters in Lerngruppen zusammen gefunden, um uns gegenseitig zu helfen.
Erik: Wer an ein Forensik-Studium denkt, sollte einen PC bedienen können. Der Rest wird einem beigebracht.

Welche Herausforderungen im Studium gab es oder gibt es?
Erik: Ich muss gestehen, das Studium fällt mir nicht immer so leicht wie ich es mir wünschen würde, aber mit etwas Mühe und viel Lernen ist das zu schaffen. Ich habe bisher alles überstanden.
Jennifer: So geht es den meisten aus unserem Jahrgang, Mathe im ersten Semester und Physik im zweiten Semester ist für viele eine Hürde. Aber mit viel Fleiß und Hilfe untereinander ist das Pensum machbar. Man muss sich eben etwas reinhängen, aber das ist ja bei den meisten MINT Studiengängen so.

Forensik als Studiengang bieten deutschlandweit nur vier Hochschulen an, warum habt Ihr Euch für Mittweida entschieden?
Jennifer: Für mich war die Kombination »Allgemeine und Digitale Forensik« ausschlaggebend. Und die gibt es tatsächlich nur in Mittweida. Außerdem liegt Mittweida nur 1,5 Stunden Fahrtzeit von meiner Heimatstadt Hof entfernt. Perfekt, um meine Freundschaften zu Hause weiter zu pflegen.
Erik: Durch meine Nachbarin zuhause in Thüringen und eine Mitbewohnerin bin ich auf Mittweida gestoßen und dann auf den Studiengang Forensik. Andere Hochschulen wären für mich nur in Frage gekommen, wenn ich etwas anderes studiert hätte.

Mittweida als Stadt …
Erik: … ist recht klein. Alles ist sehr nah zusammen und schnell zu erreichen. Es fühlt sich familiär an hier. Zum Studieren ist Mittweida völlig ausreichend, vielleicht sogar besser als andere Städte.
Jennifer: …gefällt mir sehr, weil es hier wenig anonym ist. Man trifft Dozentinnen und Dozenten sowie Professorinnen und Professoren beim Einkaufen oder bei einem Bier im Studentenclub – das gibt es in Dresden oder Leipzig wohl eher nicht und zeigt auch das familiäre Verhältnis an der Hochschule selbst. 

Das Interview führte Franziska Lange.

Florian studiert die Zukunft

Klassischen Maschinenbau mit der digitalen Technik von morgen zu verbinden, das Wissen von Beginn an praktisch anzuwenden und dabei schon Geld verdienen – im Studiengang Digital Engineering an der Staatlichen Studienakademie Glauchau hat der 20jährige Florian eine zukunftsweisende Kombination gefunden.

Roboter, die uns die Arbeit abnehmen oder selbstfahrende Autos klingen für viele immer noch nach Zukunftsmusik. Für dich auch?
Klar ist, dass wir lernen müssen, klassisches Wissen neu zu kombinieren. Durch die steigende Digitalisierung von nahezu allem wird man um Informatikwissen nicht mehr drum herumkommen. Diese Zukunftsorientierung reizt mich an der Verbindung eines Ingenieurstudiengangs mit der Informatik. Bestes Beispiel sind Autos. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Technikerinnen und Techniker arbeiten daran, dass selbstfahrende Autos bald auch auf öffentlichen Straßen unterwegs sein werden. Um so etwas realisieren zu können, benötigt es viel informatisches Wissen. Trotzdem hat ein Auto immer noch vier Räder. Damit will ich sagen, dass man in Zukunft bei steigendem Bedarf an Informatikerinnen und Informatikern immer noch Maschinenbauerinnen und Maschinenbauer benötigt. Digital Engineering vereint diese beiden Felder.

Das klingt ganz schön anspruchsvoll.
Umfangreich ist dieser Studiengang ohne Frage. Die einzelnen Fächer sind ziemlich anspruchsvoll, aber nicht unmöglich. Mit ein bisschen Verständnis von Mathe und Physik lässt sich schon das meiste bewältigen.

Wie hast du dich vor deinem Studium bei der Fülle an Studiengängen orientiert?
Durch mein großes Interesse an Physik, Mathematik und dem Wunsch eines dualen Studiums hat sich von vornherein schon die Gesamtauswahl an Studiengängen beschränkt. Demnach musste ich mich nur noch auf Messen nach verschiedenen Maschinenbau- und Informatikstudiengängen umsehen.

Und so bist du auf Digital Engineering gekommen?
Ja, ich bin auf einer Berufsmesse in Chemnitz darauf gestoßen. Eigentlich wollte ich mich dort nach einem dualen Maschinenbaustudium erkundigen. Erfahren habe ich aber, dass es diese Konstellation so nicht gibt und wurde auf einen Stand verwiesen, der etwas Ähnliches anbietet. Dort habe ich meinen jetzigen Studiengangsleiter getroffen, der mir ausführlich und umfangreich den neuen und zukunftsweisenden Studiengang »Digital Engineering« erklärt hat.

Mittlerweile studierst du im dritten Semester…
… und genieße die Vorteile des BA-Studiums, nämlich die dichte Anlehnung an das Berufsleben. Während meine Freunde sagen können, »Ach, heute hab ich keine Lust auf Uni«, muss ich aufgrund meines Arbeitsvertrages an allen Vorlesungen teilnehmen. Dies bereitet einen sehr gut auf das Berufsleben vor. Ebenso erhalte ich jeden Monat ein sehr gutes Gehalt (für einen Studenten), ohne dass ich einen Nebenjob annehmen müsste.

Zu einem BA-Studium gehört immer ein Praxispartner. Wer ist das bei dir?
Das ist das Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau e.V., kurz ICM genannt. Gefunden habe ich es über eine lange Liste an Praxispartnern, die mir mein Studiengangsleiter auf der Messe mitgegeben hatte. Diese habe ich gezielt nach denen durchsucht, die sich mit Robotik beschäftigen. Übrig blieb unter anderen mein jetziger Praxispartner.

Lässt dir der Studienablauf auch Freiräume, die du selbst gestalten kannst?
Der Ablauf ist reguliert ähnlich wie ein Stundenplan in der Schule, weil die Lehrzeit ja stark komprimiert ist. Drei Monate dauert eine Theoriephase an der Berufsakademie, danach folgen drei Monate Praxisphase im Unternehmen. Ein bisschen Freiraum bleibt dennoch. Man kann sich für Exkurse oder andere Weiterbildungen freistellen lassen. Auch Auslandssemester sind möglich.

Würdest du wieder in Glauchau studieren?
Je länger ich studiere, desto mehr merke ich, wie richtig diese Entscheidung war. Ich würde auch ein zweites Mal wieder in Glauchau studieren. Manko: Die Stadt ist relativ klein, ihr fehlt ein lebendiges Nachtleben. Dagegen könnte man die Studienakademie als kleine Stadt in einer Stadt definieren. Sie ist bestrebt, stets die modernste Technik zu verwenden. Das gesamte Laborgebäude ist z. B. mit den neuesten Gerätschaften ausgestattet. Bei der Betreuung fühlt man sich wohl. Aus meiner Erfahrung heraus nimmt sich jede Dozentin und jeder Dozent die Zeit, offene Fragen der Studierenden in der Vorlesung oder in einer separaten Konsultation zu beantworten. Auch bei Fragen außerhalb vom Studium hatte unser Studiengangsleiter immer ein Ohr für uns. Ich bin voll und ganz zufrieden.

Das Interview führte Franziska Lange.

Klassischen Maschinenbau mit der digitalen Technik von morgen zu verbinden - im Studiengang Digital Engineering an der Staatlichen Studienakademie Glauchau hat der 20jährige Florian eine zukunftsweisende Kombination gefunden.

Roboter, die uns die Arbeit abnehmen oder selbstfahrende Autos klingen für viele immer noch nach Zukunftsmusik. Für dich auch?
Klar ist, dass wir lernen müssen, klassisches Wissen neu zu kombinieren. Durch die steigende Digitalisierung von nahezu allem wird man um Informatikwissen nicht mehr drum herumkommen. Diese Zukunftsorientierung reizt mich an der Verbindung eines Ingenieurstudiengangs mit der Informatik. Bestes Beispiel sind Autos. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Technikerinnen und Techniker arbeiten daran, dass selbstfahrende Autos bald auch auf öffentlichen Straßen unterwegs sein werden. Um so etwas realisieren zu können, benötigt es viel informatisches Wissen. Trotzdem hat ein Auto immer noch vier Räder. Damit will ich sagen, dass man in Zukunft bei steigendem Bedarf an Informatikerinnen und Informatikern immer noch Maschinenbauerinnen und Maschinenbauer benötigt. Digital Engineering vereint diese beiden Felder.

Wie hast du dich vor deinem Studium bei der Fülle an Studiengängen orientiert?
Durch mein großes Interesse an Physik, Mathematik und dem Wunsch eines dualen Studiums hat sich von vornherein schon die Gesamtauswahl an Studiengängen beschränkt. Demnach musste ich mich nur noch auf Messen nach verschiedenen Maschinenbau- und Informatikstudiengängen umsehen.

Mittlerweile studierst du im dritten Semester…
… und genieße die Vorteile des BA-Studiums, nämlich die dichte Anlehnung an das Berufsleben. Während meine Freunde sagen können, »Ach, heute hab ich keine Lust auf Uni«, muss ich aufgrund meines Arbeitsvertrages an allen Vorlesungen teilnehmen. Dies bereitet einen sehr gut auf das Berufsleben vor. Ebenso erhalte ich jeden Monat ein sehr gutes Gehalt (für einen Studenten), ohne dass ich einen Nebenjob annehmen müsste.

Zu einem BA-Studium gehört immer ein Praxispartner. Wer ist das bei dir?
Das ist das Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau e.V., kurz ICM genannt. Gefunden habe ich es über eine lange Liste an Praxispartnern, die mir mein Studiengangsleiter auf der Messe mitgegeben hatte. Diese habe ich gezielt nach denen durchsucht, die sich mit Robotik beschäftigen. Übrig blieb unter anderen mein jetziger Praxispartner.

Würdest du wieder in Glauchau studieren?
Je länger ich studiere, desto mehr merke ich, wie richtig diese Entscheidung war. Ich würde auch ein zweites Mal wieder in Glauchau studieren. Die Studienakademie ist eine kleine Stadt in einer Stadt. Sie ist bestrebt, stets die modernste Technik zu verwenden. Das gesamte Laborgebäude ist z. B. mit den neuesten Gerätschaften ausgestattet und bei der Betreuung fühlt man sich wohl. Ich bin voll und ganz zufrieden.

Das Interview führte Franziska Lange.

Alona: Zum Glück Diplom

Ballett tanzen und den Verkehr der Zukunft planen? Für die 21-jährige Alona sind das keine Gegensätze. Die gebürtige Ukrainerin lebt seit 10 Jahren in Deutschland und studiert im 7. Semester Verkehrsingenieurwesen an der TU Dresden. Im Interview erzählt sie, was Glück und ein Diplom gemeinsam haben.

Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten Gedanken an ein Studium?
Schon in der Grundschule, aber nur, weil alle Erwachsenen gesagt haben, dass Studieren so unglaublich schwer sei. Zweifel wecken meinen Ehrgeiz. Naturwissenschaften sind für Jungs? Na, dann probiere ich das! Mathe und Physik sind voll schwer? Will ich wissen! Diplomingenieurin werden ist anstrengend? Dann mache ich das! Ich möchte anderen zeigen: Man kann das schaffen und Ingenieurwesen studieren, auch ohne 24 Stunden pro Tag nonstop zu lernen. 

Verkehr, Mobilität und Transportlogistik – Es gibt ja viele Optionen, Verkehrsingenieurwesen zu studieren. Warum hast du dich für die TU Dresden entschieden?
Am Ende des Abiturs war ich ziemlich planlos. Ich hatte Mathe und Physik als Leistungskurse belegt und wollte ein Studium im Ingenieurbereich probieren. Ich wusste, dass die TU Dresden einen guten Ruf hat und habe auf der Webseite geschaut, was es für Studiengänge gibt. Verkehrsingenieurwesen klang facettenreich, interessant und zukunftsrelevant. Erst im Nachhinein habe ich begriffen, was ich für ein Glück hatte.

Inwiefern?
Überall sonst wird Verkehrsingenieurwesen im Bachelor- oder Masterstudiengang angeboten. Nur an der TU Dresden gibt es den Studiengang mit Diplom-Abschluss und das auch noch besonders umfangreich. Das war mir anfangs nicht klar und jetzt bin ich froh über diesen Weg. 

Nimm uns mal ein bisschen mit ins Studium des Verkehrswesens…
Das breite Spektrum an Möglichkeiten reizt mich. Im Grundstudium blickt man in alle Bereiche hinein: Straßen-, Schienen-, Luft- und sogar Wasserverkehr waren Thema. Abgesehen davon muss man Ingenieur-Fächer wie Mathe, Physik, Technische Mechanik, Informatik etc. besuchen, aber sie sind nur ein Bruchteil des Studiums. In Vorlesungen wie »Umwelt und Verkehr«, »Telematik«, »Verkehrswirtschaft« und sogar »Verkehrspsychologie« lernt man dagegen so viel über den modernen Verkehr. Was einem hier gefällt, kann man im Hauptstudium ab dem 5. Semester individuell vertiefen.

Und später kommen sicher Pflicht-Praktika dazu?
Das 9. Semester ist für alle ein Praxissemester. Wer mag, kann das auch im Ausland absolvieren. Ich bin erst im 7. Semester, aber erste Erfahrungen konnte ich schon in den Ferien als Werkstudentin bei Siemens sammeln. Mein Professor im Fach Fahrleitungen hat Studierende gesucht, die ihn bei seinen Versuchen an Fahrleitungen auf einer echten Bahnstrecke im Freien unterstützen. Ich habe Kamera und Messeinrichtungen bedient und war übrigens die einzige Frau auf der Baustelle, aber es war allen völlig egal. 

Brauchtest Du spezielle Vorkenntnisse für dein Studium?
Mathe und Physik als Leistungskurse besucht zu haben, war schon von Vorteil. Darüber hinaus habe ich nur die Brückenkurse besucht. Die frischen im Schnelldurchlauf den Abiturstoff auf. Aber da das Abi bei mir sehr frisch war, habe ich die Zeit eher genutzt, andere Erstis kennenzulernen. So ein Kurs ist also so oder so empfehlenswert und Kontakte sind wirklich wichtig. Ältere Studierende können einen super mit Altklausuren und Insidertipps versorgen. 

Was machst du als Ausgleich zum Lernen?
Ich tanze Ballett, nähe und interessiere mich für Mode-Design und Kunst. Das ist ein krasser Gegensatz zu meinem Studium. Wenn man mich sieht, denkt niemand daran, dass ich VIW studieren könnte. Mit diesem Klischee möchte ich aufräumen. Ich kann mich für Mode interessieren, Ballett tanzen und Ingenieurin sein! Ich sehe, wie die Welt sich ändert. Aber es könnten noch viel mehr Frauen Ingenieurwesen studieren, wenn sie nur wüssten, dass es so viel mehr Ingenieursstudiengänge gibt als nur Maschinenbau.

Hast du schon Pläne, was du nach deinem Abschluss machen möchtest?
Ich liebe es, in Dresden zu leben und würde gerne in der Nähe meiner Familie bleiben. Besonders in Sachsen sind auch viele Unternehmen angesiedelt, die sich mit dem Betreiben, Bauen und Forschen an elektrischen Verkehrsmitteln bereits beschäftigen.

Das Interview führte Franziska Lange.

Ballett tanzen und den Verkehr der Zukunft planen? Für die 21-jährige Alona sind das keine Gegensätze. Die gebürtige Ukrainerin lebt seit 10 Jahren in Deutschland und studiert im 7. Semester Verkehrsingenieurwesen an der TU Dresden. Im Interview erzählt sie, was Glück und ein Diplom gemeinsam haben.

Erinnerst Du Dich noch an Deinen ersten Gedanken an ein Studium?
Schon in der Grundschule, aber nur, weil alle Erwachsenen gesagt haben, dass Studieren so unglaublich schwer sei. Zweifel wecken meinen Ehrgeiz. Naturwissenschaften sind für Jungs? Na, dann probiere ich das! Mathe und Physik sind voll schwer? Will ich wissen! Diplomingenieur*in zu werden ist anstrengend? Dann mache ich das! Ich möchte anderen zeigen: Man kann das schaffen und Ingenieurwesen studieren, auch ohne 24 Stunden pro Tag nonstop zu lernen. 

Verkehr, Mobilität und Transportlogistik – Es gibt ja viele Optionen, Verkehrsingenieurwesen zu studieren. Warum hast du dich für die TU Dresden entschieden?
Am Ende des Abiturs war ich ziemlich planlos. Ich hatte Mathe und Physik als Leistungskurse belegt und wollte ein Studium im Ingenieurbereich probieren. Ich wusste, dass die TU Dresden einen guten Ruf hat und habe auf der Webseite geschaut, was es für Studiengänge gibt. Verkehrsingenieurwesen klang facettenreich, interessant und zukunftsrelevant. Erst im Nachhinein habe ich begriffen, was ich für ein Glück hatte.

Inwiefern?
Überall sonst wird Verkehrsingenieurwesen im Bachelor- oder Masterstudiengang angeboten. Nur an der TU Dresden gibt es den Studiengang mit Diplom-Abschluss und das auch noch besonders umfangreich. Das war mir anfangs nicht klar und jetzt bin ich froh über diesen Weg. 

Nimm uns mal ein bisschen mit ins Studium des Verkehrswesens…
Das breite Spektrum an Möglichkeiten reizt mich. Im Grundstudium blickt man in alle Bereiche hinein: Straßen-, Schienen-, Luft- und sogar Wasserverkehr waren Thema. Abgesehen davon muss man Ingenieur-Fächer wie Mathe, Physik, Technische Mechanik, Informatik etc. besuchen, aber sie sind nur ein Bruchteil des Studiums. In Vorlesungen wie »Umwelt und Verkehr«, »Telematik«, »Verkehrswirtschaft« und sogar »Verkehrspsychologie« lernt man dagegen so viel über den modernen Verkehr. Was einem hier gefällt, kann man im Hauptstudium ab dem 5. Semester individuell vertiefen.

Was machst du als Ausgleich zum Lernen?
Ich tanze Ballett, nähe und interessiere mich für Mode-Design und Kunst. Das ist ein krasser Gegensatz zu meinem Studium. Wenn man mich sieht, denkt niemand daran, dass ich VIW studieren könnte. Mit diesem Klischee möchte ich aufräumen. Ich kann mich für Mode interessieren, Ballett tanzen und Ingenieurin sein! Ich sehe, wie die Welt sich ändert. Aber es könnten noch viel mehr Frauen Ingenieurwesen studieren, wenn sie nur wüssten, dass es so viel mehr Ingenieursstudiengänge gibt als nur Maschinenbau.

Das Interview führte Franziska Lange.

Alaa baut an ihrer Zukunft

Bauwerke, errichtet nach ihren Plänen, davon träumt Alaa. Für diese Zukunft studiert sie Bauingenieurwesen an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK Leipzig).

Immer einen Stein auf den anderen setzen. Mit Augenmaß und Wissen um die Details des Bauens. Solange, bis der Turm jedem Wetter standhält. Alaa hat das bereits als Kind fasziniert. Schon damals stand für sie fest, dass sie später nicht nur Bauklötzchen-Türme in die Höhe wachsen lassen möchte. Die 24-Jährige träumt von großen Bauwerken. An der HTWK Leipzig baut sie inzwischen ganz real an ihrer Zukunft.

Aufgeben ist nicht ihr Ding
Die angehende Bauingenieurin blickt auf viele Herausforderungen, wenn sie an den Beginn ihres Studiums zurückdenkt. Während ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen das Wissen aus dem Abitur wieder auffrischten, paukte Alaa Deutschvokabeln. Die Kurdin kommt aus Syrien, dort hat sie auch das Abitur gemacht. Seit 2015 lebt sie in Deutschland. In nur einem Jahr eine fremde Sprache lernen, sich in eine neue Umgebung und ein anderes Lernsystem einleben – die Liste an Dingen, die sie bewältigen musste, ist lang. Und dann sei da ja auch noch ihre Familie, die sie unbedingt unterstützen möchte, erzählt Alaa. Doch Aufgeben ist nicht Alaas Ding, ihr Studiengang dagegen schon. 

Praktisch und familiär
Das Bauingenieurstudium an der HTWK Leipzig vereinbart praktische und theoretische Studienschwerpunkte. Handfest geht es in den Labor-Praktika zu, an die sich Alaa gern erinnert. »Beim Praktikum zum Thema Bodenarten konnten wir die einzelnen Bodenarten berühren, riechen und auswerten. Wir haben die einzelnen Bestandteile herausgesiebt, getrennt und in chemischen Versuchen analysiert.« Dass sie heute mit Freude lernen kann, ist für Alaa nicht selbstverständlich. Gerade am Anfang sei das Studium sehr schwer für sie gewesen. »Ich kam oft durcheinander wegen der fachlichen Sprache.« Geholfen hat ihr die Unterstützung der Dozentinnen und Dozenten. Mit 6.150 eingeschriebenen Studierenden herrscht an der Leipziger Hochschule für angewandte Wissenschaften ein familiäres Klima. 

Im Grünen tankt Alaa Kraft
Neben der Sprache hat Alaa die Vorkurse besucht, um sich auf ihr Studium vorzubereiten. Die Kurse werden für alle Studierenden angeboten und helfen, das Abitur-Wissen in Fächern wie Mathe und Chemie aufzufrischen. Zudem vermitteln sie erste Fachkenntnisse wie etwa Baustoffkunde. Gerade zu Beginn habe ihr das sehr geholfen, genauso wie die Ausflüge ins Grüne. Dabei tankt sie Kraft. Nicht allein wegen des vielen Grüns hat sie die Stadt lieben gelernt. »Leipzig ist international und so reich an Kultur und Natur, genauso wie eine lebendige Stadt für mich sein muss«, schwärmt Alaa. Nach dem Bachelorstudium möchte sie ihren Master machen, ihre Grundmauern weiter bauen und später Bauwerke bestaunen, die sie als Ingenieurin Stein für Stein für Leipzig mit geplant hat.

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Bauwerke, errichtet nach ihren Plänen, davon träumt Alaa. Für diese Zukunft studiert sie Bauingenieurwesen an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK Leipzig).

Immer einen Stein auf den anderen setzen. Mit Augenmaß und Wissen um die Details des Bauens. Solange, bis der Turm jedem Wetter standhält. Alaa hat das bereits als Kind fasziniert. Schon damals stand für sie fest, dass sie später nicht nur Bauklötzchen-Türme in die Höhe wachsen lassen möchte. Die 24-Jährige träumt von großen Bauwerken. An der HTWK Leipzig baut sie inzwischen ganz real an ihrer Zukunft.

Aufgeben ist nicht ihr Ding
Die angehende Bauingenieurin blickt auf viele Herausforderungen, wenn sie an den Beginn ihres Studiums zurückdenkt. Während ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen das Wissen aus dem Abitur wieder auffrischten, paukte Alaa Deutschvokabeln. Die Kurdin kommt aus Syrien, dort hat sie auch das Abitur gemacht. Seit 2015 lebt sie in Deutschland. In nur einem Jahr eine fremde Sprache lernen, sich in eine neue Umgebung und ein anderes Lernsystem einleben – die Liste an Dingen, die sie bewältigen musste, ist lang. Und dann sei da ja auch noch ihre Familie, die sie unbedingt unterstützen möchte, erzählt Alaa. Doch Aufgeben ist nicht Alaas Ding, ihr Studiengang dagegen schon. 

Praktisch und familiär
Das Bauingenieurstudium an der HTWK Leipzig vereinbart praktische und theoretische Studienschwerpunkte. Handfest geht es in den Labor-Praktika zu, an die sich Alaa gern erinnert. »Beim Praktikum zum Thema Bodenarten konnten wir die einzelnen Bodenarten berühren, riechen und auswerten. Wir haben die einzelnen Bestandteile herausgesiebt, getrennt und in chemischen Versuchen analysiert.« Dass sie heute mit Freude lernen kann, ist für Alaa nicht selbstverständlich. Gerade am Anfang sei das Studium sehr schwer für sie gewesen. »Ich kam oft durcheinander wegen der fachlichen Sprache.« Geholfen hat ihr die Unterstützung der Dozentinnen und Dozenten. Mit 6.150 eingeschriebenen Studierenden herrscht an der Leipziger Hochschule für angewandte Wissenschaften ein familiäres Klima. 

Im Grünen tankt Alaa Kraft
Neben der Sprache hat Alaa die Vorkurse besucht, um sich auf ihr Studium vorzubereiten. Die Kurse werden für alle Studierenden angeboten und helfen, das Abitur-Wissen in Fächern wie Mathe und Chemie aufzufrischen. Zudem vermitteln sie erste Fachkenntnisse wie etwa Baustoffkunde. Gerade zu Beginn habe ihr das sehr geholfen, genauso wie die Ausflüge ins Grüne. Dabei tankt sie Kraft. 

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Benita schaut ins Innere der Erde

Ohne die Umwelt zu beschädigen, können Geophysikerinnen und Geophysiker heute Informationen über das Erdinnere gewinnen. Hunderte Kilometer tief schauen sie ins Innere der Erde. Spezielle Messverfahren machen das möglich. An der TU Bergakademie Freiberg studiert Benita Geophysik in der besonderen Kombination mit Geoinformatik.

Einzigartige Kombination
Immer dann, wenn irgendwo eine Autobahn gebaut, natürliche Ressourcen erschlossen oder geothermale Reservoire erkundet werden sollen, sind Geophysikerinnen und Geophysiker wie die 25-Jährige zur Stelle. Dann schicken sie aktiv erzeugte elastische Wellen in den Boden oder nutzen die natürlichen elektromagnetischen Felder der Erde, um damit ein Abbild des Untergrundes zu erhalten ohne auch nur ein einziges Loch graben zu müssen. Geoinformatik und Geophysik gehen dabei Hand in Hand, vor allem in Freiberg. Als einzige Hochschule in Deutschland bietet die TU Bergakademie Freiberg bereits im Bachelorstudium die Kombination aus Geophysik und Geoinformatik an. Für Benita war das einer der Hauptgründe für die traditionsreiche Hochschule in Mittelsachsen. Die gebürtige Baden-Württembergerin ist durch die Erzählungen ihrer Schwester auf die Hochschulen in Mitteldeutschland aufmerksam geworden: »Meine Schwester studierte damals in Erfurt und hat mir die Gegend schmackhaft gemacht. Außerdem wollte ich ein Stück weg von zu Hause studieren und der Norden ist mir zu flach.«

Mit Unterstützung ist alles machbar
Der Bachelorstudiengang Geophysik/Geoinformatik in Freiberg setzt sich aus sechs Semestern zusammen. »In den ersten beiden Semestern geht es um die Grundlagen«, erklärt Benita. »Da steht viel Mathematik, Physik und Informatik, aber auch Geowissenschaften auf dem Plan und die Kurse sind noch recht groß.« Individueller wird es ab dem 3. und 4. Semester. Dann kommen die Grundlagen der Geophysik dazu, mit einem umfangreichen Wahlpflichtbereich, in dem die Studierenden ihre Schwerpunkte freier gestalten können. Wer seinen Fokus statt auf die Geoinformatik zum Beispiel lieber auf die Geophysik verschieben möchte, könne das tun, erzählt Benita. Tatsächlich sei das Geophysik-Studium viel mathematiklastiger als sie angenommen habe. Besonders die Numerik hat sie anfangs vor eine Herausforderung gestellt. Mit der Unterstützung der Dozentinnen und Dozenten sei aber alles machbar, blickt Benita zurück. Sie schätzt vor allem den familiären Umgang an der Hochschule. Das mache es leicht, Fragen zu stellen. Und dann sei da ja auch noch die Motivation durch praktische Forschungen. Schon früh werden die Studierenden in die Wissenschaft eingebunden – auch im Ausland.

Wertvolle Auslandserfahrungen
Das Wissen aus den Lehrveranstaltungen hat Benita praktisch in Finnland umgesetzt. Fünf Wochen steckte sie gemeinsam mit Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie Professorinnen und Professoren Geophone für eine seismische Messkampagne. Sie koordinierte Messungen und half bei den Auswertungen. Noch tiefer in ihr zukünftiges Arbeitsumfeld blickte sie für die Abschlussarbeit ihres Masterstudiums. Gemeinsam mit einer Dozentin nahm sie in Nepal geoelektrische Messungen in einem hydrothermalen Gebiet vor. Ziel ihrer Arbeit ist es, eine Zone mit erhöhtem CO2-Austritt anhand der komplexen elektrischen Leitfähigkeit, die sich von der der angrenzenden Gesteinsschichten unterscheidet, abzubilden. Es wird dazu dienen, ein Erdbebengebiet genauer zu untersuchen und bestärkt sie, auf dem richtigen Weg zu sein. 

Beruflich Abenteuer erleben
Ihr Wissen möchte sie auch nach dem Masterabschluss anwenden. »Ich fände eine Kombination mit Umweltschutz spannend oder eine lehrende Tätigkeit in einer wissenschaftlichen Einrichtung. Im Idealfall kann ich, wie auch in meinem Studium das ein oder andere Mal, im Rahmen meiner Tätigkeiten als Geophysikerin weltweit Abenteuer erleben.« Ganz klassisch in einem Ingenieurbüro zu arbeiten, zieht Benita erst mal nicht an. Lieber schaut sie ganz praktisch ins Innere der Erde.

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Ohne die Umwelt zu beschädigen, können Geophysikerinnen und Geophysiker heute Informationen über das Erdinnere gewinnen. Hunderte Kilometer tief schauen sie ins Innere der Erde. Spezielle Messverfahren machen das möglich. An der TU Bergakademie Freiberg studiert Benita Geophysik in der besonderen Kombination mit Geoinformatik.

Einzigartige Kombination
Immer dann, wenn irgendwo eine Autobahn gebaut, natürliche Ressourcen erschlossen oder geothermale Reservoire erkundet werden sollen, sind Geophysikerinnen und Geophysiker wie die 25-Jährige zur Stelle. Dann schicken sie aktiv erzeugte elastische Wellen in den Boden oder nutzen die natürlichen elektromagnetischen Felder der Erde, um damit ein Abbild des Untergrundes zu erhalten ohne auch nur ein einziges Loch graben zu müssen. Geoinformatik und Geophysik gehen dabei Hand in Hand, vor allem in Freiberg. Als einzige Hochschule in Deutschland bietet die TU Bergakademie Freiberg bereits im Bachelorstudium die Kombination aus Geophysik und Geoinformatik an. Für Benita war das einer der Hauptgründe für die traditionsreiche Hochschule in Mittelsachsen. 

Mit Unterstützung ist alles machbar
Der Bachelorstudiengang Geophysik/Geoinformatik in Freiberg setzt sich aus sechs Semestern zusammen. »In den ersten beiden Semestern geht es um die Grundlagen«, erklärt Benita. »Da steht viel Mathematik, Physik und Informatik, aber auch Geowissenschaften auf dem Plan und die Kurse sind noch recht groß.« Individueller wird es ab dem 3. und 4. Semester. Dann kommen die Grundlagen der Geophysik dazu, mit einem umfangreichen Wahlpflichtbereich, in dem die Studierenden ihre Schwerpunkte freier gestalten können. Wer seinen Fokus statt auf die Geoinformatik zum Beispiel lieber auf die Geophysik verschieben möchte, könne das tun, erzählt Benita von ihrem Weg. Tatsächlich sei das Geophysik-Studium viel mathematiklastiger als sie angenommen habe. Besonders die Numerik hat sie anfangs vor eine Herausforderung gestellt. Mit der Unterstützung der Dozentinnen und Dozenten sei aber alles machbar, blickt Benita zurück. Sie schätzt vor allem den familiären Umgang an der Hochschule. Das mache es leicht, Fragen zu stellen. Und dann sei da ja auch noch die Motivation durch praktische Forschungen. Schon früh werden die Studierenden in die Wissenschaft eingebunden – auch im Ausland.

Wertvolle Auslandserfahrungen
Das Wissen aus den Lehrveranstaltungen hat Benita praktisch in Finnland umgesetzt. Fünf Wochen steckte sie gemeinsam mit Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie Professorinnen und Professoren Geophone für eine seismische Messkampagne. Noch tiefer in ihr zukünftiges Arbeitsumfeld blickte sie für die Abschlussarbeit ihres Masterstudiums. Gemeinsam mit einer Dozentin nahm sie in Nepal geoelektrische Messungen in einem hydrothermalen Gebiet vor. 

Beruflich Abenteuer erleben
Ihr Wissen möchte sie auch nach dem Masterabschluss anwenden. »Ich fände eine Kombination mit Umweltschutz spannend oder eine lehrende Tätigkeit in einer wissenschaftlichen Einrichtung. Im Idealfall kann ich, wie auch in meinem Studium das ein oder andere Mal, im Rahmen meiner Tätigkeiten als Geophysikerin weltweit Abenteuer erleben.« 

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Luise: Einzigartig, grün und familiär

Medienkommunikation als Bachelorstudiengang, dazu noch günstige Mieten und einen Garten beinahe vor der Haustür. Damit hat die TU Chemnitz Luise überzeugt.

Luise, was genau machst du in deinem Studium? 
»Wir schnuppern in viele Bereiche der Medien hinein. Von Journalismus über Fotobearbeitung, Medienpsychologie, Werbung, Videografie und Informatik ist alles dabei. Es gibt vier Schwerpunktmodule: Psychologie digitaler Lehrmedien, Medienpsychologie, Kommunikation und Visuelle Kommunikation. Aber auch Kurse zu den Arten der Kommunikation mit Medien sind Teil des Studiums. Wer mag, kann zusätzlich Vorlesungen in Politik, Marketing oder Psychologie besuchen.«

Warum hast du dich für dieses Studium entschieden?
»Eine Freundin brachte mich auf diese Fächerkombination, weil sie das selbst studierte. So hatte ich einen Anhaltspunkt für meine Suche nach dem richtigen Studiengang. Dass ich studieren möchte, wusste ich. Ich bin die Jüngste in der Familie. Viele meiner sechs Geschwister haben studiert. Dieses Lebensgefühl wollte ich auch erleben.«

Du kommst aus Thüringen. Deine Wahl ist auf Chemnitz gefallen, weil …?
»...die TU Chemnitz mir als erste eine Zusage geschickt hat. Die Bewerbung war hier einfacher. An anderen Hochschulen muss man sich in beide Fächer getrennt einschreiben. Darüber, dass es so gelaufen ist, bin ich jetzt super froh, weil ich zu große Städte nicht mag.« 

Würdest du wieder in Chemnitz studieren, wenn du dich noch einmal entscheiden müsstest? 
»Ich bin zufrieden. Vor Studienbeginn war ich etwas kritisch, ob es mir hier gefallen würde, aber als ich das vegane Angebot in der Mensa gesehen habe, war ich überzeugt. Ich lebe vegan und freue mich, dass hier so gut auf meine Bedürfnisse eingegangen wird. Die Hochschule ist familiär und super ausgestattet. Dozentinnen und Dozenten kennen die Studierenden beim Namen und machen schon mal eine Ausnahme, wenn man einen Termin verschlafen hat. Als Medienfanatikerin oder -fanatiker kann man sich beim Uni-Radio und beim Uni-TV ausprobieren. Außerdem gibt es viel wissenschaftliches Equipment und gute Kameras.«

Und wenn du mal nicht an der Uni bist?
»Dann grabe ich am liebsten in meinem Garten. Ich denke, Chemnitz ist bestimmt nicht die schönste Stadt Deutschlands, aber ich finde sie genau richtig für mich und mein Studium. Mit meinem Freund habe ich einen Kleingarten nicht weit von unserer Wohnung entfernt. Auch die Mieten sind in Chemnitz günstig, so dass wir uns eine gemeinsame Wohnung leisten können. Es ist ein friedliches und grünes Wohngebiet mit viel Platz, nahe der Uni und mit guten Verkehrsanbindungen.«

Das Interview führte Franziska Lange.

Medienkommunikation als Bachelorstudiengang, dazu noch günstige Mieten und einen Garten beinahe vor der Haustür. Damit hat die TU Chemnitz Luise überzeugt.

Luise, was genau machst du in deinem Studium?
»Wir schnuppern in viele Bereiche der Medien hinein. Von Journalismus über Fotobearbeitung, Medienpsychologie, Werbung, Videografie und Informatik ist alles dabei. Es gibt vier Schwerpunktmodule: Psychologie digitaler Lehrmedien, Medienpsychologie, Kommunikation und Visuelle Kommunikation. Aber auch Kurse zu den Arten der Kommunikation mit Medien sind Teil des Studiums. Wer mag, kann zusätzlich Vorlesungen in Politik, Marketing oder Psychologie besuchen.«

Warum hast du dich für dieses Studium entschieden?
»Eine Freundin brachte mich auf diese Fächerkombination, weil sie das selbst studierte. So hatte ich einen Anhaltspunkt für meine Suche nach dem richtigen Studiengang. Dass ich studieren möchte, wusste ich. Ich bin die Jüngste in der Familie. Viele meiner sechs Geschwister haben studiert. Dieses Lebensgefühl wollte ich auch erleben.«

Du kommst aus Thüringen. Deine Wahl ist auf Chemnitz gefallen, weil …?
»...die TU Chemnitz mir als erste eine Zusage geschickt hat. Die Bewerbung war hier einfacher. An anderen Hochschulen muss man sich in beide Fächer getrennt einschreiben. Darüber, dass es so gelaufen ist, bin ich jetzt super froh, weil ich zu große Städte nicht mag.« 

Würdest du wieder in Chemnitz studieren, wenn du dich noch einmal entscheiden müsstest?
»Ich bin zufrieden. Vor Studienbeginn war ich etwas kritisch, ob es mir hier gefallen würde, aber als ich das vegane Angebot in der Mensa gesehen habe, war ich überzeugt. Ich lebe vegan und freue mich, dass hier so gut auf meine Bedürfnisse eingegangen wird. Die Hochschule ist familiär und super ausgestattet. Als Medienfanatikerin oder -fanatiker kann man sich z. B. beim Uni-Radio und beim Uni-TV ausprobieren.«

Und wenn du mal nicht an der Uni bist?
»...dann grabe ich am liebsten in meinem Garten. Ich denke, Chemnitz ist bestimmt nicht die schönste Stadt Deutschlands, aber ich finde sie genau richtig für mich und mein Studium. Auch die Mieten sind in Chemnitz günstig, so dass wir uns eine gemeinsame Wohnung leisten können.«

Das Interview führte Franziska Lange.

Denise kalkuliert genau

Wie man von einer Digitalisierungsidee zur Umsetzung gelangt, treibt Denise an. Deshalb studiert sie Informatik an der Universität Leipzig – mit viel Kalkül und noch mehr Liebe zu ihrem Fach.

Analytisch vorgehen
Analyse, Weitblick, Genauigkeit – das ist das Handwerkszeug von Denise. Null oder eins, ja oder nein. Ohne strategische Abwägung keine Entscheidung. Analytische Entscheidungen sind das Erfolgsrezept der gebürtigen Bambergerin, die nicht ahnte, dass sie einmal der komplexen Informatik ihr Herz schenken würde. »Ob ich überhaupt studieren würde, war mir lange nicht klar«, erzählt die 28-Jährige und erinnert sich, dass sie vor zehn Jahren noch von Sozialer Arbeit geträumt hatte. »Dafür habe ich extra eine Fachoberschule im Sozialzweig besucht.« Denise machte das Abi – um bei einem langen USA-Aufenthalt zu dem Entschluss zu kommen, es wenigstens an einer Hochschule zu probieren. Und wenn das nicht klappen würde? »Dann wollte ich als Alternative eine Ausbildung zur Goldschmiedin machen.«

In sich hineinhören und dann entscheiden
Das Digitale zog mehr. Denise, die sich selbst als sehr emotional einschätzt, liebt rationale Entscheidungen. Was kann ich später mit meinem Studium beruflich machen? Was wird im Studium von mir verlangt? Und kann ich mir das Studium überhaupt leisten? Das sind die Fragen, die sie allen ans Herz legen würde, die nach dem richtigen Studium suchen. In sich hineinhören und dann entscheiden, das ist ihre Devise. »In der Findung stellte ich mir zwei elementare Studientätigkeiten vor: viel lesen und schreiben oder viel rechnen und durchdenken. Da wurde mir bewusst, dass ich zwar zu Schulzeiten zum Beispiel sehr gut in Englisch war, ich mir aber langfristig am ehesten vorstellen konnte, Matheaufgaben zu lösen«, erinnert sich Denise. »Für mich ist eine Volluniversität mit ihrem breiten Spektrum perfekt, später wird es schwieriger und kostspieliger, noch einmal auf solche Ressourcen zurückgreifen zu können«, sagt sie. Mit der Informatik ist es ähnlich. Es sind seine breiten Anwendungsmöglichkeiten, die das Fach für Denise so spannend machen. »In beinahe jedem Gegenstand unseres Alltags steckt heutzutage ein Chip. Diese Technologien zu verstehen und ihre Funktionsweisen durchblicken zu können, treibt mich an.«

Über den Tellerrand blicken
Mittlerweile liegen das Bachelorstudium und eine Menge Auslandserfahrungen hinter ihr. Ihre Entscheidung für die Uni Leipzig mit ihrem breiten Wahl-Pflicht-Bereich im Informatikstudium hat sich bewährt. »Im Ergänzungsbereich lernte ich Norwegisch und belegte Kurse in der Amerikanistik. Man kann ständig über seinen eigenen fachlichen Tellerrand hinausblicken.« Das 2. Semester ihres Master-Studiums verbrachte sie an der Universität Zagreb. Demnächst steht der Master-Abschluss an – mit Baby und Familientrubel. Vor einem Jahr ist Denise Mutter geworden. Und später? »Ich möchte in Leipzig bleiben und gerne in die API-Entwicklung mit Fokus aufs Backend gehen«, blickt Denise in die Zukunft. »Logiken zu implementieren, auf denen dann Schnittstellen aufbauen, gefällt mir gut. Zusätzlich möchte ich weiterhin in Informatikerinnen-Netzwerken aktiv sein und Frauen Mut machen, mit Stereotypen aufzuräumen.« 

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Wie man von einer Digitalisierungsidee zur Umsetzung gelangt, treibt Denise an. Deshalb studiert sie Informatik an der Universität Leipzig – mit viel Kalkül und noch mehr Liebe zu ihrem Fach.

Analytisch vorgehen
Analyse, Weitblick, Genauigkeit – das ist das Handwerkszeug von Denise. Null oder eins, ja oder nein. Ohne strategische Abwägung keine Entscheidung. Analytische Entscheidungen sind das Erfolgsrezept der gebürtigen Bambergerin, die nicht ahnte, dass sie einmal der komplexen Informatik ihr Herz schenken würde. »Ob ich überhaupt studieren würde, war mir lange nicht klar«, erzählt die 28-Jährige. Denise machte das Abi – um bei einem langen USA-Aufenthalt zu dem Entschluss zu kommen, es wenigstens an einer Hochschule zu probieren. Und wenn das nicht klappen würde? »Dann wollte ich als Alternative eine Ausbildung zur Goldschmiedin machen.«

In sich hineinhören und dann entscheiden
Das Digitale zog mehr. Denise, die sich selbst als sehr emotional einschätzt, liebt rationale Entscheidungen. Was kann ich später mit meinem Studium beruflich machen? Was wird im Studium von mir verlangt? Und kann ich mir das Studium überhaupt leisten? Das sind die Fragen, die sie allen ans Herz legen würde, die nach dem richtigen Studium suchen. In sich hineinhören und dann entscheiden, das ist ihre Devise. »In der Findung stellte ich mir zwei elementare Studientätigkeiten vor: viel lesen und schreiben oder viel rechnen und durchdenken. Da wurde mir bewusst, dass ich zwar zu Schulzeiten zum Beispiel sehr gut in Englisch war, ich mir aber langfristig am ehesten vorstellen konnte, Matheaufgaben zu lösen«, erinnert sich Denise. 

Über den Tellerrand blicken
Mittlerweile liegen das Bachelorstudium und eine Menge Auslandserfahrungen hinter ihr. Ihre Entscheidung für die Uni Leipzig mit ihrem breiten Wahl-Pflicht-Bereich im Informatikstudium hat sich bewährt. »Im Ergänzungsbereich lernte ich Norwegisch und belegte Kurse in der Amerikanistik. Man kann ständig über seinen eigenen fachlichen Tellerrand hinausblicken.« Das 2. Semester ihres Master-Studiums verbrachte sie an der Universität Zagreb. Demnächst steht der Master-Abschluss an – mit Baby und Familientrubel. Vor einem Jahr ist Denise Mutter geworden. Und später? »Ich möchte in Leipzig bleiben und gerne in die API-Entwicklung mit Fokus aufs Backend gehen«, blickt Denise in die Zukunft. 

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Mareike: »Machen Sie lieber Musik!«

Mareike studiert Schulmusik an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig mit dem Fagott als Hauptfachinstrument und Englisch an der Uni Leipzig. Als die im Schleswig-Holsteinischen Eckernförde geborene junge Frau beim Aufnahmegespräch für ein Medizinstudium in Hannover ist, platzt der Knoten: Weil man dort merkt, welches Talent in der jungen Frau steckt. 

Mareike, Du wolltest erst Medizin studieren?
Ja, ich wollte lieber nicht mein Hobby zum Beruf machen. Bei der Bewerbung hieß es dann: »Warum wollen Sie das denn bei Ihrem Lebenslauf machen, der sich total um Musik dreht?« Den Platz habe ich auch nicht bekommen – und erstmal in Greifswald Skandinavistik angefangen, weil ich Schweden liebe. Ein Semester später war mir klar: Das ist es nicht. Ich hatte sehr viel Kontakt mit Musik-Lehrämtlern – und war so neidisch! 

… und dann?
Bin ich zurück zu meinen Eltern gezogen und habe mich auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet. Es steckte wohl immer in mir, aber ich wollte es nicht wahrhaben! Mit 19 ging dann das Musikstudium los.

Und Leipzig? Wie ist es dort für dich?
Fantastisch! Ich hätte auch in Hannover studieren können. Dann war aber der erste Aufnahmeprüfungs-Termin in Leipzig, es war sonnig, überall Straßenmusik, die tollen alten Häuser – wow! Leipzig ist eine Traumstadt. Viel Kultur mit Gewandhaus, Schauspiel…und es gibt günstiges Bier und viele tolle Bars hier.

Und dein Studium an der HMT Leipzig?
Genauso großartig! Du kannst hier ganz viel machen. Die Ausbildung ist extrem breitgefächert, man kann sogar ein neues Instrument lernen. Im Lehramt ist das Fagott eher unüblich, passende Lehrinhalte umso wichtiger. Mein großes Glück: Unterricht vom Solofagottisten des MDR! Die Lehrenden an der HMT sind sehr gut qualifiziert und wirklich für einen da. Und in der Pandemie gab es super Möglichkeiten, weiterzumachen – bis hin zu Präsenzveranstaltungen. 

Was ist dein Tipp für Abiturientinnen und Abiturienten?
Nutzt eure Jugend – und vielleicht auch das Jahr nach dem Abi. Leistet einen gesellschaftlichen oder kulturellen Beitrag, vielleicht entdeckt ihr ja auch ein noch verborgenes Interesse. Guckt auch mal in einen Job rein, auf den viele herabschauen, gebt erstmal selber was. Wer dann Bock hat, was zu studieren: dann los!

Das Interview führte Björn Sievers.

Mareike studiert Schulmusik an der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig mit dem Fagott als Hauptfachinstrument und Englisch an der Uni Leipzig. Als die im Schleswig-Holsteinischen Eckernförde geborene junge Frau beim Aufnahmegespräch für ein Medizinstudium in Hannover ist, platzt der Knoten: Weil man dort merkt, welches Talent in der jungen Frau steckt. 

Mareike, Du wolltest erst Medizin studieren?
Ja, ich wollte lieber nicht mein Hobby zum Beruf machen. Bei der Bewerbung hieß es dann: »Warum wollen Sie das denn bei Ihrem Lebenslauf machen, der sich total um Musik dreht?« Den Platz habe ich auch nicht bekommen – und erstmal in Greifswald Skandinavistik angefangen, weil ich Schweden liebe. Ein Semester später war mir klar: Das ist es nicht. Ich hatte sehr viel Kontakt mit Musik-Lehrämtlern – und war so neidisch! 

… und dann?
Bin ich zurück zu meinen Eltern gezogen und habe mich auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet. Es steckte wohl immer in mir, aber ich wollte es nicht wahrhaben! Mit 19 ging dann das Musikstudium los.

Und Leipzig? Wie ist es dort für dich?
Fantastisch! Ich hätte auch in Hannover studieren können. Dann war aber der erste Aufnahmeprüfungs-Termin in Leipzig, es war sonnig, überall Straßenmusik, die tollen alten Häuser – wow! Leipzig ist eine Traumstadt. Viel Kultur mit Gewandhaus, Schauspiel…und es gibt günstiges Bier und viele tolle Bars hier.

Und dein Studium an der HMT Leipzig?
Genauso großartig! Du kannst hier ganz viel machen. Die Ausbildung ist extrem breitgefächert, man kann sogar ein neues Instrument lernen. Im Lehramt ist das Fagott eher unüblich, passende Lehrinhalte umso wichtiger. Mein großes Glück: Unterricht vom Solofagottisten des MDR! Die Lehrenden an der HMT sind sehr gut qualifiziert und wirklich für einen da. Und in der Pandemie gab es super Möglichkeiten, weiterzumachen – bis hin zu Präsenzveranstaltungen.

Was ist dein Tipp für Abiturientinnen und Abiturienten?
Nutzt eure Jugend – und vielleicht auch das Jahr nach dem Abi. Leistet einen gesellschaftlichen oder kulturellen Beitrag, vielleicht entdeckt ihr ja auch ein noch verborgenes Interesse. Guckt auch mal in einen Job rein, auf den viele herabschauen, gebt erstmal selber was. Wer dann Bock hat, was zu studieren: dann los!

Das Interview führte Björn Sievers.

Clarissa lebt ihren Kindheitstraum

Clarissa studiert Lehramt mit Hauptfach Gesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Ihr Kindheitstraum? Vormittags Grundschullehrerin, nachmittags Geigerin. So ungefähr ist es heute auch – neben ihrem Studium arbeitet die gebürtige Quedlinburgerin an einer Musikschule.

Dresden lag auf dem Weg
Mit Arabistik und Deutsch als Fremdsprache beginnt Clarissas Unileben in Leipzig. Mit dem Bachelor kommt die eigentliche Leidenschaft dran – die Musik. Eine ihrer Quedlinburger Lehrerinnen hatte sie immer wieder zu einem Musik-Lehramtsstudium ermuntert, und Dresden lag quasi auf dem Weg: »Ich habe von klein auf Geige gespielt, war auf einem Musikgymnasium in Weimar. Daher kannte ich auch die Hochschule für Musik Dresden. Wir waren dort für ein Gemeinschaftsprojekt mit der Spezialschule für Musik Dresden. Die angenehme Atmosphäre und der tolle Konzertsaal haben mich beeindruckt – und ich wusste, dass man da Schulmusik studieren kann!«

Digitales ist praktisch, Präsenz unersetzbar
Sie blieb dran, absolvierte Schulpraktika, bewarb sich – und landete in Dresden einen Volltreffer mit Musik als Haupt- und Deutsch im Nebenfach. Dann kam Corona: Weniger Präsenz in der Hochschule, mehr Selbstorganisation und ein erst mühsames Hineinfinden ins Digitale kosteten viel Kraft. Nach einiger Zeit war alles organisiert – und vieles wird sicher auch bleiben. »In der Musiktheorie haben wir am Anfang nur regelmäßig Aufgaben bekommen – man braucht aber Austausch. Wir haben uns dann für Zoom-Meetings eingesetzt. Das klappt prima, und man kann auch vieles praktisch ausprobieren. Bei der Chorarbeit ist aber meine Wertschätzung für die Präsenzveranstaltungen echt nochmal um einiges gestiegen.« 

Enges Miteinander und Riesenspaß
Clarissa strahlt, wenn es um Dresden geht – und die vielen individuellen Möglichkeiten. Es gibt hier auch Ensembleleitung, Komposition oder schulpraktisches Klavierspiel – jeder Tag bringt Neues. Und sie mag die enge Vernetzung der Fakultäten, mit den Leuten aus Jazz-Pop-Rock, das produktive Miteinander: »Richtig cool ist die Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Es gibt da jedes Jahr eine Zusammenarbeit mit dem Theaterdesign, eine richtige Inszenierung – das macht einen Riesenspaß.«

Das Gespräch führte Björn Sievers.

Clarissa studiert Lehramt mit Hauptfach Gesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Ihr Kindheitstraum? Vormittags Grundschullehrerin, nachmittags Geigerin. So ungefähr ist es heute auch – neben ihrem Studium arbeitet die gebürtige Quedlinburgerin an einer Musikschule.

Dresden lag auf dem Weg
Mit Arabistik und Deutsch als Fremdsprache beginnt Clarissas Unileben in Leipzig. Mit dem Bachelor kommt die eigentliche Leidenschaft dran – die Musik. Eine ihrer Quedlinburger Lehrerinnen hatte sie immer wieder zu einem Musik-Lehramtsstudium ermuntert, und Dresden lag quasi auf dem Weg: »Ich habe von klein auf Geige gespielt, war auf einem Musikgymnasium in Weimar. Daher kannte ich auch die Hochschule für Musik Dresden. Wir waren dort für ein Gemeinschaftsprojekt mit der Spezialschule für Musik Dresden. Die angenehme Atmosphäre und der tolle Konzertsaal haben mich beeindruckt – und ich wusste, dass man da Schulmusik studieren kann!«

Digitales ist praktisch, Präsenz unersetzbar
Sie blieb dran, absolvierte Schulpraktika, bewarb sich – und landete in Dresden einen Volltreffer mit Musik als Haupt- und Deutsch im Nebenfach. Dann kam Corona: Weniger Präsenz in der Hochschule, mehr Selbstorganisation und ein erst mühsames Hineinfinden ins Digitale kosteten viel Kraft. Nach einiger Zeit war alles organisiert – und vieles wird sicher auch bleiben. »In der Musiktheorie haben wir am Anfang nur regelmäßig Aufgaben bekommen – man braucht aber Austausch. Wir haben uns dann für Zoom-Meetings eingesetzt. Das klappt prima, und man kann auch vieles praktisch ausprobieren. Bei der Chorarbeit ist aber meine Wertschätzung für die Präsenzveranstaltungen echt nochmal um einiges gestiegen.« 

Enges Miteinander und Riesenspaß
Clarissa strahlt, wenn es um Dresden geht – und die vielen individuellen Möglichkeiten. Es gibt hier auch Ensembleleitung, Komposition oder schulpraktisches Klavierspiel – jeder Tag bringt Neues. Und sie mag die enge Vernetzung der Fakultäten, mit den Leuten aus Jazz-Pop-Rock, das produktive Miteinander: »Richtig cool ist die Kooperation mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Es gibt da jedes Jahr eine Zusammenarbeit mit dem Theaterdesign, eine richtige Inszenierung – das macht einen Riesenspaß.«

Das Gespräch führte Björn Sievers.

Alexander: Einfach selber machen

Später selbst als Dozent an einer Hochschule zu lehren, das hat sich Alexander vorgenommen. Der Traum vom eigenen Lehrstuhl treibt ihn an. Dafür engagiert sich der 21-Jährige im Studentenrat, leitet bereits die ersten Lehrveranstaltungen und gestaltet das Studium an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) mit.

Du studierst Informations- und Kommunikationstechnik im 7. Fachsemester. Weshalb dieser Studiengang?
Angefangen habe ich mit Elektrotechnik. Im 3. Semester steht da allerdings zu einem großen Teil Mechanik auf dem Stundenplan. Ich interessiere mich aber mehr für Programmierung und Signalübertragung. Deshalb bin ich zum 4. Semester in die Informations- und Kommunikationstechnik gewechselt, eine gute Entscheidung. Die Inhalte zwischen Informatik und Elektrotechnik sind sehr ausgewogen. 

Wie sieht das Ingenieurstudium an der WHZ aus?
Also speziell in der Informations- und Kommunikationstechnik ist das Studium dreigeteilt, beginnend mit drei Semestern Grundstudium. Da geht es um die Grundlagen wie Ingenieursmathematik, Physik, Grundlagen der Elektrotechnik und technischen Informatik. Nach den ersten drei Semestern, in denen alle zusammen lernen, kann man sich im vertiefenden Studium für Wahlmodule einschreiben.

Gibt es im Studium auch Praxisteile?
Am Ende des Studiums stehen ein Praxissemester, das Diplomprojekt oder die Bachelorarbeit. Die Regelstudienzeiten sind beim Bachelor sieben Semester, beim Diplom acht Semester. 

Du engagierst dich sehr für die Hochschule und bist im Studentenrat. Wie bist du dazu gekommen?
Ich hatte mich an einem Hochschulinformationstag mit einem damaligen Vertreter aus meiner Fakultät unterhalten. Das hat mich für die Gremienarbeit motiviert. Im Mai 2018 wurde ich in meine erste Amtszeit gewählt. Seitdem betreue ich das Referat Technik. Wir verleihen z. B. Licht- und Beschallungstechnik an die drei Zwickauer Studentenclubs.

Du kommst aus dem Erzgebirge, bis Zwickau ist es aus deinem Heimatort Schwarzenberg nicht weit. Wären für dich auch andere Hochschulen als die WHZ infrage gekommen?
Für meine Entscheidung gab es verschiedene Faktoren: Nähe zu Heimat und Familie, Umgebung und auch die Sympathie des Lehrpersonals. Ich hatte die WHZ vor Beginn meines Studiums an Hochschulinformationstagen und bei Schulexkursionen besucht. Damals stand bereits fest, dass, wenn ich nach dem Abi studiere, ich auf jeden Fall nach Zwickau gehe. 

Hast du einen Tipp für die Erstis, die gerade mittendrin stecken?
Bleibt ruhig, behaltet einen klaren Kopf und lasst das frisch Aufgenommene erst mal wirken. Und ganz wichtig: Versucht, gleich in den ersten Tagen, Kontakt zu euren Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie zu Studierenden höherer Semester zu bekommen und setzt euch in Lerngruppen zusammen. Jeder steht zu Studienbeginn vor denselben Herausforderungen. 

Hast du schon Pläne, was du nach deinem Abschluss machen willst?
So ganz konkret noch nicht. Was mir aber vorschwebt, ist ein Lehrstuhl an einer deutschen Hochschule. Das ist mein Antrieb im Studium. Seit zwei Jahren leite ich Übungstutorien an meiner Fakultät für Studierende im 1. bzw. 2. Semester. Da gab es viel positives Feedback, dass es sich lohnt, in die Übungsseminare zu kommen und dass ich das Wissen gut vermitteln kann. Meine Tutorenarbeit mache ich in erster Linie aus Leidenschaft, nicht wegen der Vergütung.

Das Gespräch führte Franziska Lange.

Später selbst als Dozent an einer Hochschule zu lehren, das hat sich Alexander vorgenommen. Der Traum vom eigenen Lehrstuhl treibt ihn an. Dafür engagiert sich der 21-Jährige im Studentenrat, leitet bereits die ersten Lehrveranstaltungen und gestaltet das Studium an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) mit.

Du studierst Informations- und Kommunikationstechnik im 7. Fachsemester. Weshalb dieser Studiengang?
Angefangen habe ich mit Elektrotechnik. Im 3. Semester steht da allerdings zu einem großen Teil Mechanik auf dem Stundenplan. Ich interessiere mich aber mehr für Programmierung und Signalübertragung. Deshalb bin ich zum 4. Semester in die Informations- und Kommunikationstechnik gewechselt, eine gute Entscheidung. Die Inhalte zwischen Informatik und Elektrotechnik sind sehr ausgewogen. 

Wie sieht das Ingenieurstudium an der WHZ aus?
Also speziell in der Informations- und Kommunikationstechnik ist das Studium dreigeteilt, beginnend mit drei Semestern Grundstudium. Da geht es um die Grundlagen wie Ingenieursmathematik, Physik, Grundlagen der Elektrotechnik und technischen Informatik. Nach den ersten drei Semestern, in denen alle zusammen lernen, kann man sich im vertiefenden Studium für Wahlmodule einschreiben.

Du kommst aus dem Erzgebirge, bis Zwickau ist es aus deinem Heimatort Schwarzenberg nicht weit. Wären für dich auch andere Hochschulen als die WHZ infrage gekommen?
Für meine Entscheidung gab es verschiedene Faktoren: Nähe zu Heimat und Familie, Umgebung und auch die Sympathie des Lehrpersonals. Ich hatte die WHZ vor Beginn meines Studiums an Hochschulinformationstagen und bei Schulexkursionen besucht. Damals stand bereits fest, dass, wenn ich nach dem Abi studiere, ich auf jeden Fall nach Zwickau gehe. 

Hast du einen Tipp für die Erstis, die gerade mittendrin stecken?
Bleibt ruhig, behaltet einen klaren Kopf und lasst das frisch Aufgenommene erst mal wirken. Und ganz wichtig: Versucht, gleich in den ersten Tagen, Kontakt zu euren Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie zu Studierenden höherer Semester zu bekommen und setzt euch in Lerngruppen zusammen. Jeder steht zu Studienbeginn vor denselben Herausforderungen. 

Hast du schon Pläne, was du nach deinem Abschluss machen willst?
So ganz konkret noch nicht. Was mir aber vorschwebt, ist ein Lehrstuhl an einer deutschen Hochschule. Das ist mein Antrieb im Studium. Seit zwei Jahren leite ich Übungstutorien an meiner Fakultät für Studierende im 1. bzw. 2. Semester. Da gab es viel positives Feedback, dass es sich lohnt, in die Übungsseminare zu kommen und dass ich das Wissen gut vermitteln kann. Meine Tutorenarbeit mache ich in erster Linie aus Leidenschaft, nicht wegen der Vergütung.

Das Gespräch führte Franziska Lange.