TU Dresden und Klinikum Chemnitz starten neuen Modellstudiengang Humanmedizin Studiengänge

(c) Swen Reichhold

Die TU Dresden, das Klinikum Chemnitz und die Dresdner Hochschulmedizin starten mit Beginn des Wintersemesters 2020/21 den Modellstudiengang Humanmedizin, kurz MEDiC. Der neue Studiengang hat das Ziel, langfristig die ärztliche Versorgung in allen Regionen zu sichern.

Aus über 22.000 Bewerbern wurden 50 Studierende ausgewählt, fast jeder Zweite kommt aus den ostdeutschen Bundesländern und fast jeder Fünfte von ihnen stammt aus dem Großraum Chemnitz. Hier, im südsächsischen Raum, ist der Bedarf an Ärzten besonders groß. Bis zum Jahr 2030 wird fast jeder Fünfte, der in diesem Gebiet wohnt, 75 Jahre oder älter sein. Damit wächst auch der Anteil der Patienten, die an chronischen und versorgungsintensiven Erkrankungen leiden. Gleichzeitig werden in diesem Zeitraum zwei Drittel der 2014 noch ambulant tätigen Ärzte in dieser Region in den Ruhestand gegangen sein. 

Anders als im Regelstudiengang werden die Studierenden am Campus Chemnitz nicht die Fächer Anatomie oder Kardiologie in ihren Lehrplänen finden, stattdessen wird das Wissen bezogen auf einzelne Organsysteme, wie den Thorax oder das Nervensystem, vermittelt. Neu ist auch die enge Verzahnung von theoretischen Grundlagen mit der praktischen Ausbildung. Die Studierenden werden bereits ab dem ersten Semester, in dem es vorrangig um die Berufsfelderkunden geht, in die Betreuung von Patienten eingebunden. Sie lernen hier die verschiedenen Rollen eines Arztes kennen, der nicht nur medizinischer Experte ist, sondern auch Kommunikator, Teammitglied, Gelehrter und Visionär.

Die 50 Studierenden haben sich mit ihrer Abiturbestnote und dem Testergebnis für Medizinische Studiengänge (TMS) beworben. Für die künftigen Jahrgänge wurde ein spezielles kompetenzorientiertes Auswahlverfahren entwickelt, welches individuelle, multimodale Interviews beinhaltet. Die Vergabe der MEDiC-Studienplätze erfolgt dann über die Stiftung für Hochschulzulassung Hochschulstart. Für das kommende Studienjahr 2021/22 ist die Vergabe von 50 Plätzen über ein spezifisches Auswahlverfahren geplant.