Jendrik: Eine Brücke nach Polen

Jendrik studiert in Görlitz

Jendrik Maschke studiert „Kultur und Management“ an der Hochschule Zittau/Görlitz. Seine Wohnung liegt mitten im historischen Stadtzentrum von Görlitz. Nach Polen läuft er in fünf Minuten, nur über eine Brücke. Er hat seine Fachhochschulreife in Überlingen in Baden-Württemberg gemacht und findet, neue Erfahrungen lassen sich besser weiter weg von zu Hause sammeln. Doch seine Trompete hat er mitgenommen.

Wie bist du auf den Bachelorstudiengang „Kultur und Management“ gekommen?
Ich habe den Studiengang auf einer Beratungsmesse kennengelernt und mich dann informiert, wo ich ihn studieren kann. Den Kulturstudiengang gibt es nicht so oft in Deutschland und in Görlitz kann man ihn in der Kombination mit Management studieren.

Und was macht ein Kulturmanager?
Es gibt viele Möglichkeiten mit dem Bachelor- oder auch dem Masterabschluss. Viele sind an Theater- und Museumsarbeit interessiert, wollen vielleicht später mal so etwas leiten. Ich habe über die Musik hierher gefunden. In Überlingen spielte ich in mehreren Orchestern Trompete, habe mein eigenes Ensemble gegründet und viele Projekte aufgezogen. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, später in Richtung Festivalorganisation zu gehen.

Wie ist dein Studium aufgebaut?
Es gibt mehrere Studiengänge, die den Schwerpunkt Management haben: Kultur-, Gesundheits- und Tourismusmanagement. Wir haben viele Vorlesungen und Veranstaltungen mit den Studierenden zusammen, zum Beispiel das Fach Betriebswirtschaftlehre. Darüber hinaus haben wir aber auch die Fächer Kulturgeschichte, Inszenierungstechniken, Film und so weiter, eben die theoretischen Seiten der Kultur.

Was macht ihr praktisch?
Zum Beispiel einen wöchentlichen Workshop, an dessen Ende ein Kunstfest steht, das wir angeleitet organisieren. Wir hatten im ersten Semester auch einen Kurs „Theater von innen“ und gingen dafür wöchentlich ins Görlitzer Theater. Wir sahen alle Bereiche – von der Maske über die Schneiderei bis zur Bühnentechnik. Im zweiten Semester beleuchteten wir dann das Museum näher.

Wie bewirbt man sich?
Es gibt eine Aufnahmeprüfung, danach eine Gruppenarbeit und abschließend noch ein Professorengespräch. Interessenten haben aber sehr gute Chancen, weil viele in die Großstädte wollen und ein Aufnahmetest vielleicht auch abschreckend wirkt. Dafür gibt es hier keinen Numerus Clausus.

Beschreibe doch mal bitte die Vorteile deiner Hochschule.
Sie ist technisch sehr gut ausgestattet. Mir gefällt auch, dass sie relativ klein ist. Wir haben dadurch viel mehr Mitspracherecht bei allen Entscheidungen, können die Entwicklung beeinflussen. Es ist relativ leicht, in entsprechenden Gremien mitzumachen, ich selbst bin im Fachschaftsrat aktiv.

Vermisst Du trotzdem etwas?
Ja, mein klassisches Ensemble. Hier ist der musikalische Einfluss von Berlin zu spüren und dadurch wird′s elektronischer. Ich wurde schon mehrfach gefragt, ob ich dabei nicht mal mitmachen möchte, werde ich bestimmt auch mal.

Was machst du, wenn du nicht studierst?
Dadurch, dass wir uns alle kennen, finden wir auch immer etwas, das wir machen können. Wir kochen viel, gehen feiern oder setzen uns zum Biertrinken zusammen. Hier studieren Leute aus ganz Deutschland und aus dem Ausland, deshalb ist auch immer jemand da. Wenn alle aus der Umgebung kämen, entstünde gar nicht so eine enge Gemeinschaft. Dass es hier nichts gibt, hört man eigentlich nur von denen, die am Wochenende immer nach Hause fahren und es gar nicht wissen können.

Bist du auch mal in Polen?
Ja, wenn Besuch da ist, gehen wir immer über die Brücke zum Essen. Wir kaufen auch gern drüben ein, denn polnische Produkte sind gut und günstig.

Was gefällt dir an deiner Studienheimat am besten?
Die sehr schöne Altstadt und die Gemeinschaft. Es wird nie langweilig.

Interview: Juliane Hanka
Foto: Amac Garbe

Wer ist schon da?

Jendrik: Eine Brücke nach Polen

Jendrik: Eine Brücke nach Polen

Jendrik Maschke studiert „Kultur und Management“ in Görlitz
Marie: Ich liebe die Reaktion des Publikums

Marie: Ich liebe die Reaktion des Publikums

Schon im Kinderchor schulte sie ihre Stimme. Mit 21 feierte sie singend ihr Operndebüt.
Frederic: Mit Dolmetscher im Hörsaal

Frederic: Mit Dolmetscher im Hörsaal

Seit seiner Geburt ist Frederic gehörlos. Seine Leidenschaft sind Getriebe. In Zwickau vereint er beides und studiert Maschinenbau. ...
Michael: In der Welt zu Hause

Michael: In der Welt zu Hause

Michael wo3llte eigentlich Pilot werden, bis er feststellte, dass Piloten gar nicht so viel mit Technik zu tun haben, wie er sich das vorgestellt hatt ...
Peter: "Und du willst wirklich Lehrer werden?"

Peter: "Und du willst wirklich Lehrer werden?"

Sein Berufswunsch wurde immer mit einem „Oh Gott!“ kommentiert. Dennoch hielt Peter daran fest und jongliert seit einem Jahr mit Zahlen. ...
Sebastian: Kenner & Könner von Javascript, HTML & Co

Sebastian: Kenner & Könner von Javascript, HTML & Co

Sebastian ist in Chemnitz geboren und sieht gar keinen Grund wegzugehen.
Mark: Steckbrief sagt Zukunft voraus

Mark: Steckbrief sagt Zukunft voraus

» Ich bin im Wald groß geworden, gehe jagen oder einfach nur spazieren. Es wurde Zeit für mich zu wissen, wo Holz eigentlich herkommt. « ...
Nadja: Brücken schlagen

Nadja: Brücken schlagen

Nadja Gneist, Diplom-Geoökologin, schwört auf interdisziplinäre Studiengänge.
Jenny: Den Ton angeben

Jenny: Den Ton angeben

» Lehrer zu werden, das sollte eine bewusste Entscheidung sein.«
Bianca: Alles einmal ausprobieren

Bianca: Alles einmal ausprobieren

Die Oberfränkin Bianca Emmert studiert den Masterstudiengang „Information and Communication Science” an der Hochschule Mittweida ...
 

Studieren in ...

… Sachsen: Für ein Studium in Sachsen die Koffer zu packen rechnet sich: Denn in den sächsischen Hochschulstädten ist das Leben oft viel günstiger als in anderen Bundesländern. „Hier kann man mit einem Studentenportemonnaie sehr gut leben“, sagt Jens Ebischbach, Student der Automatisierungstechnik / Computersystemtechnik in Dresden.

nach oben