Karl Lötsch ist nach dem Maschinenbau-Studium der Berufseinstieg in Chemnitz beim Textilmaschinenfabrikanten Karl Mayer Malimo gelungen.

Hochsommer 2011: Es ist einer der langersehnten heißen und sonnigen Tage, an denen das Freibad eine geradezu unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt. Doch Karl Lötsch erliegt der Versuchung nicht und nimmt stattdessen an einer Unternehmensexkursion des Career Service der TU Chemnitz teil. Eine Entscheidung, die der Maschinenbau-Absolvent nicht bereuen sollte.

Nach der Verteidigung seiner Diplomarbeit im Sommer dieses Jahres wollte Karl Lötsch eigentlich unmittelbar promovieren. Da es zu diesem Zeitpunkt an der Uni jedoch keine für ihn passenden Themen für Doktorarbeiten gab, begann der Buchholzer in der Wirtschaft nach Stellen mit Aussicht auf Promotion zu suchen. Schnell wurde ihm von Freunden ein Besuch beim Career Service empfohlen, wo er zunächst seine Bewerbungsunterlagen durchchecken und optimieren ließ. Außerdem besprach er dort, welche Unternehmen für ihn in Frage kamen: "Die Mitarbeiter vom Career Service haben ja schon eine lange Liste von Firmen, mit denen sie in regem Kontakt stehen. Daher wissen sie, welches Unternehmen gerade jemanden sucht und wer der richtige Ansprechpartner ist. Denn auch in Südwest-Sachsen gibt es viele gute Jobmöglichkeiten für Maschinenbauer. Da hat man eigentlich keinen Grund, die Region zu verlassen", erklärt der TU-Absolvent und fügt hinzu: "Als Außenstehender weiß man gerade bei Initiativbewerbungen oft nicht, wo und wie man bei einer Firma anfragen soll. Da ist das Netzwerk des Career Service schon sehr hilfreich."

Auch von der Exkursion in die in Chemnitz ansässige Karl Mayer Malimo Textilmaschinenfabrik GmbH erfuhr Karl Lötsch zufällig beim Besuch im Career Service und sagte spontan zu. "Ich habe die Chance genutzt und bin zur Exkursion gefahren - bei unglaublichen 30 Grad. Da hab ich mich erst ein bisschen geärgert: Jetzt könntest du im Freibad liegen - und dann war es dort richtig interessant", sagt der Hobby-Wasserballer und ergänzt: "Textilmaschinen haben wir im Studium kaum behandelt. Daher war das für mich ein bisher unbekanntes Thema. Ich hätte die Firma wahrscheinlich nie selbst angeschrieben, wenn ich durch die Exkursion nicht darauf gekommen wäre." Wie nach der Führung durchs Unternehmen bekannt wurde, ist die Textilmaschinenfabrik an Praktikanten und Absolventen sehr interessiert. Im Gespräch mit der Personalleiterin stellte sich heraus, dass die Firma derzeit viele Neuentwicklungen in Zusammenarbeit mit Partnern in der Forschung betreibt - eine gute Grundlage für eine mögliche Promotion. "Da war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Ich habe dann gleich noch meine Initiativbewerbung dahin geschickt, direkt eine Antwort erhalten und bin dann zum Vorstellungsgespräch gegangen. Im Prinzip konnte ich dort sofort anfangen", so Lötsch.

Seit Ende September 2011 ist Karl Lötsch bei der Karl Mayer Malimo Textilmaschinenfabrik GmbH im Bereich der Entwicklung tätig und freut sich, sein Studienwissen nun anwenden zu können: "Man arbeitet jetzt an Aufgaben, die nicht nur Theorie bleiben, sondern auch umgesetzt werden sollen. Da geht man mit einem ganz anderen Bewusstsein und Verantwortungsgefühl ran, vor allem was die Kosten angeht." Ganz verabschiedet hat sich der Berufseinsteiger vom Studentenleben allerdings noch nicht. So wohnt er weiterhin in Campusnähe und isst gern in der Mensa, wenn es sein Zeitplan erlaubt.

Text: Anett Michael
Foto: Marc Stoll

 
nach oben