SO STUDIERT ES SICH MIT HANDICAP

Wir haben uns mit vier Studierenden unterhalten, wie sie ihr Studium packen.

Vor verschlossenen Türen steht Eric Beier mit seinem Rollstuhl manchmal. Dann braucht er extra Schlüssel, muss Umwege in Kauf nehmen oder nach Unterstützung fragen. Auch Lydia Sophie Goetz ist manchmal auf Hilfe angewiesen. Immer dann nämlich, wenn ihr die Folgen ihrer Autoimmunerkrankung das Studieren schwer machen. Und trotzdem studieren beide, Eric und Lydia, erfolgreich.

Eric Beier

CHance Kunsthochschule

Seit einem Unfall ist Eric Beier von der Hüfte abwärts gelähmt. Am Studium kann ihn das nicht hindern. Über ein Kunststudium im Rollstuhl.

Eric Beier

Cordula Jachmann

Drago gehört dazu

Auf dem Campus ist Orientierung wichtig. Erst recht, wenn auf die eigenen Augen kein Verlass sein kann. Für Cordula Jachmann ist das kein Hindernis, sie ist blind und studiert Psychologie.

Cordula Jachmann

Frederic Huch

Mit Dolmetscher im Hörsaal

Seit seiner Geburt ist Frederic Huch gehörlos. Seine Leidenschaft sind Getriebe. An der Westsächsischen Hochschule Zwickau vereint er beides und studiert Maschinenbau.

Frederic Huch

Lydia Sophie Goetz

Die Ruhe kommt im Seminar

Wenn die Kraft schwindet, wird der Weg zur Hochschule schwierig. Lydia Sophie Goetz lässt sich davon nicht unterkriegen. Ihrer Autoimmunkrankheit setzt sie ein Ziel entgegen – ein Lehramtsstudium an der TU Dresden.

Lydia Sophie Goetz

Gut beraten, guter Abschluss - so klappt das Studium mit Handicap

Sieben Prozent der Studierenden können nicht uneingeschränkt studieren – sie haben eine Behinderung, chronische Krankheit oder Teilleistungsstörung wie z.B. Legasthenie. Dies war 2012 das Ergebnis der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks . Bei über 100.000 Studierenden in Sachsen sind demnach ca. 7.000 Studentinnen und Studenten an Sachsens Hochschulen bei ihrem Studium beeinträchtigt. Die Art des Handicaps ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Es gibt sowohl körperliche als auch psychische Beeinträchtigungen mit jeweils unterschiedlichem Grad der Studienerschwernis von sehr schwach bis sehr stark. Für alle gleich ist das kostenlose Beratungsangebot an jeder sächsischen Hochschule und bei den vier Studentenwerken. Das Wichtigste ist, aktiv Rat zu suchen. Schon für Schüler gilt, möglichst zeitig – am besten sechs bis neun Monate vor Studienbeginn - zur Beratung zu gehen, damit alles geregelt werden kann.

Interview mit Prof. Spallek - Beauftragter für Studierende mit Behinderung an der TU Dresden

Kommunikation ist das Wichtigste

"...Zwar ist unsere Universität baulich gut auf die besonderen Ansprüche von Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen eingestellt, trotzdem ist persönliche Hilfe wichtig..."

Prof. Rainer Spallek Foto: Autor

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Studierende mit Handicap können gleichberechtigt studieren.
  • Kostenlose Beratungsangebote gibt es an allen sächsischen Universitäten, Hochschulen und Studentenwerken.
  • Die Beratungen helfen auch bei Handicaps, die erst während des Studierens auftreten.
  • Das Wichtigste ist, aktiv Rat zu suchen.
  • Für alle Probleme finden die Berater individuelle Lösungen.
  • Nachteilsausgleiche regeln chancengleiches Studieren.
  • Kommunikation ist das A und O.
  • Beratungsangebote gelten auch für Studieninteressierte und Hochschulabsolventen mit Handicap