WELCHE HOCHSCHULE PASST ZU MIR?

Universität & Fachhochschule

Während Universitäten in erster Linie auf die wissenschaftliche Arbeit ausgerichtet sind, steht bei den Fachhochschulen eher die Praxis im Vordergrund. Um die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses geht es bei beiden Hochschultypen. An Universitäten spielt die Forschung zusätzlich eine große Rolle. Nicht zuletzt deshalb bieten sie das größte Fächerspektrum an. Wer weiß, dass er nach dem Studium zusätzlich noch den akademischen Weg zur Doktorwürde gehen möchte, ist deshalb an einer Universität bestens aufgehoben. Mediziner oder Lehrer in spe haben ohnehin keine andere Wahl. Voraussetzung für ein Universitätsstudium ist die allgemeine bzw. die fachgebundene Hochschulreife. Das Abitur öffnet den Zugang zu allen Studiengängen, die fachgebundene Hochschulreife nur zu bestimmten Fächern. Eher anwendungsorientiert geht es an Fachhochschulen – kurz FH genannt – zu. Weil das Studium sich dort stärker an den Anforderungen in der Praxis orientiert, heißen sie in Sachsen auch  » Hochschulen für angewandte Wissenschaften «. Im Vergleich zu den Universitäten ist ihr Fächerspektrum eingeschränkter, dafür kooperieren viele Fachhochschulen mit Praxisunternehmen. Wer an einer Fachhochschule studieren will, braucht entweder das Abitur, die Fachhochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife.

Kunsthochschule

Die Kunsthochschulen öffnen ihre Tore jenen, die ihr Talent in Eignungsprüfungen bewiesen haben. Daher ist nicht in jedem Fall das Abitur erforderlich. Die Struktur des Studiums ähnelt der von Universitäten. Fester Bestandteil der Ausbildung ist die Zusammenarbeit mit namhaften Orchestern oder Theatern. Ein akademischer Abschluss wie Bachelor, Master oder auch das Diplom ist wie an Universitäten und Fachhochschulen der Lohn für alle Mühe.

Berufsakademie

Als Alternative zum Hochschulstudium winkt die Berufsakademie mit ihren sieben Standorten in Sachsen mit der engst möglichen Verknüpfung von Theorie und Praxis. Zwei Partner übernehmen hierbei die Aufgabe, die Studierenden für ihren Beruf optimal zu qualifizieren: ein Unternehmen als Lernort für die Praxis und die Berufsakademie Sachsen als Lernort für die Theorie. In drei Jahren erlangen die Absolventen der Berufsakademie einen anerkannten Bachelor- bzw. Diplomabschluss.

WELCHER ABSCHLUSS PASST ZU MIR?

Die Basis - der Bachelor

Egal, für welche Hochschul- beziehungsweise Studienart die Entscheidung gefallen ist, die international anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master verleihen alle Hochschulen. Der Bachelor ist die Basis und der Eintritt in die wissenschaftliche Welt. Nach einem drei- bis vierjährigen Studium ist er der erste akademische Grad. Ohne ihn ist kein anschließendes Masterstudium möglich – allerdings eine Pause. Wer mag, kann nach dem Bachelorstudium erst einmal ins Berufsleben starten.

Die Kür - der Master

Wer tiefer in die wissenschaftliche Welt eintauchen oder das Wissen aus der Berufstätigkeit verbreitern möchte, schließt ein Masterstudium an. Berufserfahrene wählen am besten Studiengänge mit anwendungsorientierten Profilen. Für alle, die mit einer akademischen Karriere wie Doktorwürde oder Professorenruf liebäugeln, sind dagegen Masterangebote mit forschungsorientiertem Profil ein Muss. Immer steht die Wahl zwischen einem konsekutiven oder einem weiterbildenden, oft auch berufsbegleitenden Masterstudiengang. Konsekutive Studiengänge bauen auf das Wissen aus dem Bachelorstudium auf und verbreitern, vertiefen und erweitern es noch.

Berufsbezeichnungen

Je nachdem, in welcher Fächergruppe Bachelor und Master erworben werden, heißen sie unterschiedlich. Sprach-, Kultur-, Sport-, Sozial- und Kunstwissenschaftler führen nach erfolgreichem Studium den Bachelor bzw. Master of Arts (B.A./M.A.). Mathematiker, Naturwissenschaftler, Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaftler erhalten dagegen den Bachelor bzw. Master of Science (B.Sc./M.Sc.) – ebenso die Ingenieure, die sich obendrein noch mit dem Bachelor bzw. Master of Engineering (B.Eng./M.Eng.) schmücken können. Rechtswissenschaftler bekommen einen Bachelor bzw. Master of Laws (LL.B./LL.M.), sofern sie ihr Studium nicht ohnehin mit dem Staatsexamen gekrönt haben. Absolventen künstlerisch angewandter oder darstellender Studiengänge und Musiker erhalten den Bachelor bzw. Master of Fine Arts (B.F.A./M.F.A.) beziehungsweise den Bachelor bzw. Master of Music (B.Mus./M.Mus). An welcher Hochschulart Bachelor oder Master erworben wurden, ist bei der Namensnennung übrigens nicht entscheidend. Hochschulrechtlich sind die Abschlüsse gleichgestellt.

Das Beständige - das Staatsexamen

Eine kleine Auswahl an Studiengängen schließt mit dem Staatsexamen ab. Dazu gehören neben Human-, Tier- und Zahnmedizin, Pharmazie, Lebensmittelchemie und Rechtswissenschaften – in Sachsen auch die Lehramtsstudiengänge. Ihre Abschlussprüfungen sind staatlich geregelt. Nach dem ersten Staatsexamen leisten die Absolventen einen mehrmonatigen Vorbereitungsdienst, Referendariat genannt, der mit dem zweiten Staatsexamen, einer Art praktischen Prüfung, gekürt wird.

Das Traditionelle - das Diplom

Das Studium mit dem Diplom-Ingenieur abschließen – auch das geht in Sachsen. Die TU Dresden ist die einzige der neun führenden Technischen Universitäten Deutschlands (» TU9 «), die auch weiterhin traditionell einstufige Diplomstudiengänge anbietet. International anerkannt und vergleichbar sind diese Studiengänge dennoch. Die Modularisierung macht das möglich. Wie in den Bachelor- und Masterstudiengängen gibt es auch in den Diplomstudiengängen Kreditpunkte.

Die Krönung - die Promotion

Wer nach dem erfolgreichen Master-, Diplom- oder Staatsexamensstudium weiter wissenschaftlich arbeiten möchte, schreibt eine Dissertation – in der Regel an einer Universität. Künstler dürfen außerdem an einer Kunsthochschule promovieren, allerdings nur in Fachgebieten mit besonders wissenschaftlicher Ausrichtung. Für Absolventen von Fachhochschulen gibt es in Sachsen mit dem kooperativen Promotionsverfahren einen Sonderweg. Dabei betreuen jeweils ein Hochschullehrer einer Universität und einer Fachhochschule gemeinsam ihre Doktoranden, die darüber hinaus zusätzliche Universitätskurse belegen müssen. Der Lohn für die oftmals mehrjährige Mühe ist die Doktorwürde. Der nächsthöhere Schritt auf der wissenschaftlichen Karriereleiter ist die Habilitation, darüber steht nur noch der Ruf zu einer Professur.