Das große Hochschul-ABC

Wer beginnt, der hat schon halb beendet - Weil das alte Sprichwort Recht hat und weil ein Neubeginn Orientierung braucht: 26 Tipps und Infos für ein erfolgreiches Studium in Sachsen.

A wie ABSCHLUSS

Der Lohn für Fleiß und Mühe heißt an den meisten Hochschulen Bachelor oder Master. Wer sich nach dem Bachelor spezialisieren will, kann sein Wissen mit einem anschließenden Masterstudium vertiefen. An welcher Einrichtung, das ist für die Anerkennung des Abschlusses nicht entscheidend. Hochschulrechtlich sind die Abschlüsse nämlich gleichgestellt – egal, ob der Bachelor oder Master an einer Universität oder an einer Fachhochschule erworben wird. Angehende Ärzte, Tiermediziner, Rechtswissenschaftler, Pharmazeuten, Lebensmittelchemiker und Lehrer schließen ihr Studium in Sachsen mit dem Staatsexamen ab. An den sächsischen Hochschulen werden zudem die bewährten, und im Ausland sehr gern gesehenen, Diplomstudiengänge weiterhin angeboten beziehungsweise wieder eingeführt.

B wie BAFÖG

Studieren, leben, feiern – das alles kostet Geld. Zum Glück gibt es mit dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, im Studentenmund kurz BAföG genannt, die Möglichkeit eines zinslosen Darlehens. Zurückzuzahlen ist nur die Hälfte der Förderung, den Rest investiert der Staat in deine Zukunft. Mehr Infos gibt’s auf

C wie CREDIT POINTS

Mal schließt ein Seminar mit einer Hausarbeit ab, mal mit einem Vortrag. Um den Arbeitsaufwand zählen und den Umfang einer Lehrveranstaltung messen zu können, gibt es Credit Points. 25 bis 30 Arbeitsstunden sollen hinter einem solchen Leistungspunkt stecken. Pro Semester kommen bis zu 30 Credit Points zusammen. In sechs Semestern Bachelorstudium läppert sich das auf 180 Punkte, immerhin 5.400 Stunden bis zum Abschluss!

D wie DUAL STUDIEREN

Dual studieren bedeutet, dass ein Hochschulstudium mit betrieblicher Praxis kombiniert wird. Das geht z. B. an der Berufsakademie Sachsen, wo sich die Theorie- und Lernphasen an einer Studienakademie mit Praxisteilen im kooperierenden Unternehmen im Dreimonatsrhythmus abwechseln. Innerhalb von drei Jahren haben die Absolventen einen Bachelorabschluss, der sich nicht vom Bachelorabschluss einer Universität oder Fachhochschule unterscheidet. Daneben gibt es kooperative Studiengänge an allen sächsischen Fachhochschulen. Bei diesem ausbildungsintegrierten Modell absolvieren die Studierenden zeitgleich zum Bachelorstudium eine Berufsausbildung in einem Partnerunternehmen der Hochschule.

E wie EXZELLENZUNIS

Dass Sachsens Forschung exzellent ist, hat schon seit der ersten Förderrunde der Exzellenzinitiative Brief und Siegel. Neben außerordentlichen Möglichkeiten für junge Wissenschaftler an den verschiedenen Graduiertenschulen und Exzellenzclustern der Universität Leipzig und den Technischen Universitäten in Chemnitz und Dresden können alle Studierenden der TU Dresden stolz sein – schließlich darf ihre Hochschule seit 2012 nun offiziell den Titel Elite-Uni tragen.

F wie FAKULTÄT

Ohne Fakultäten gäbe es keine Hochschulen. Sie sind die Basis jeder Uni, die manchmal auch Fachbereich genannt wird. Immer sind darin Wissenschaften oder Wissenschaftsgebiete in Lehre und Forschung als Verwaltungseinheit zusammen geschlossen. Für die Entwicklung der Fakultät ist stets eine Dekanin beziehungsweise ein Dekan verantwortlich. In alten Zeiten waren sie es, die das Siegel der Fakultät führen durften. Heute halten sie vor allem in Sachen Organisation die Zügel ihres Wissenschaftsbereiches in der Hand.

G wie GEBÜHRENFREI

Ohne Obolus an die Uni? Das gilt seit jeher in Sachsen. Für das Erststudium zahlen Studenten in Sachsen nämlich schon immer keine Gebühren.

H wie HOCHSCHULARTEN

Universität oder Technische Universität? Ursprünglich war die Ingenieursausbildung Sache der Technischen Universitäten, während Universitäten vor allem den Geisteswissenschaften ein Zuhause gaben. Heute bieten beide Hochschularten die ganze Bandbreite der Studienfächer an. Deutlich praxisorientierter und straffer strukturiert studiert es sich dagegen an Fachhochschulen (Hochschulen für angewandte Wissenschaften). Zwar bieten auch sie mittlerweile das gesamte Fächerspektrum an, häufig setzen sie aber Praktika vor Studienbeginn voraus. Wer sich dagegen auf ein Leben als Künstler, Musiker oder im therapeutischen oder pädagogischen Bereich vorbereiten möchte, studiert lieber an einer Kunsthochschule, für die er zwar nicht zwingend das Abitur braucht, dafür aber nachweisen muss, dass er sich für solch ein Studium eignet. Keine Eignungsmappe, sondern ein Aus bildungsvertrag mit einem Praxispartner öffnet dagegen das Tor zur Berufsakademie. An ihr ist die Ausbildung speziell auf die Anforderungen des Berufs ausgerichtet.

I wie INKLUSION

Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Handicap – überall dabei sein kann, in der Schule, in der Uni, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion. Menschen mit Behinderungen sollen ohne Diskriminierung und gleichberechtigt mit anderen Zugang zu allgemeiner Hochschulbildung haben. Darauf verpflichtet die UN-Behindertenrechtskonvention die Vertragsstaaten. Immer mehr Hochschulen und Studentenwerke stellen sich dieser Aufgabe. In Sachsen wird gerade an einem Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an den sächsischen Hochschulen gearbeitet, damit Inklusion noch besser gelingt.

J wie JUNIORPROFESSOR

Junge Professoren sind ziemlich jung! Warum? Weil sie als Lohn für ihre herausragenden Doktorarbeiten die übliche Habilitation überspringen und direkt in Forschung und Lehre arbeiten. Ohne zeitraubende Zwischenschritte dürfen sie sich so für die Berufung auf eine Professur auf Lebenszeit qualifizieren – und das sogar schon mit Ende 20! Gerade einmal 28 Jahre jung war Sachsens bisher jüngste Juniorprofessorin.

K wie KARRIERE

Wie man sich bewirbt, welches Zusatzkönnen vonnöten ist und wo Hilfe schnell zur Stelle ist – das wissen die Career Services! Für die Vorbereitung auf ein Leben nach dem Studium bieten sie an den Hochschulen Kurse, Workshops und viele Tipps für den Berufseinstieg.

L wie LEHRVERANSTALTUNG

Wer an den Universitäten des Mittelalters studierte, konnte selten auf Bücher zurückgreifen – der Buchdruck war längst noch nicht ausgereift. Deshalb lasen Dozenten ihren Studenten vor. Vorlesungen heißen solche Lehrveranstaltungen noch heute, egal ob 100 oder 1.000 Studierende lauschen. Referate oder Diskussionen haben dagegen Platz in den kleineren Gruppen von fest strukturierten Seminaren. In Übungen, Tutorien und Praktika wird das Wissen angewendet. Und auf den fachlichen Gedankenaustausch warten in höheren Semestern Kolloquien. Die finden schon mal ohne feste Form statt – und können sogar im Biergarten enden.

M wie MINT-FÄCHER

Mit Kaugummigeschmack hat das Kürzel für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik nichts zu tun, erfrischend geht es in diesem Bereich dennoch zu. Viele Initiativen fördern das Studium in den MINT-Gebieten. Schließlich sind naturwissenschaftlich und technisch qualifizierte Hochschulabsolventen gefragter denn je – und finden nicht nur in Sachsen mit Kusshand einen Arbeitsplatz:

N wie NUMERUS
CLAUSUS / N. C.

Du lernst nicht nur für die Schule, sondern fürs Leben! Beim Numerus clausus, kurz n. c. genannt, bewahrheitet sich der alte Spruch. Wenn es mehr Bewerber als Studienplätze in einem Fach gibt, greift der n.c. als Zulassungsgrenze. Ausschlaggebend ist die Abiturnote. Diese Notengrenze kann bundesweit einheitlich geregelt sein oder hochschulspezifisch gelten. Sie variiert von Jahr zu Jahr, weil sie von der Anzahl und dem Notendurchschnitt der Bewerber abhängt. Wer keine entsprechende Abiturnote vorweisen kann, darf auf seinen Studienplatz warten. Diese Zeiten werden bei der Berechnung des n. c. angerechnet. Ebenso wie Berufspraxis, Praktika oder andere von den einzelnen Hochschulen festgelegten Voraussetzungen. Bei der Suche nach dem aktuell gültigen n. c. hilft z.B. folgende Seite:

O wie OHNE ABITUR STUDIEREN

Wer seinen Meisterbrief bereits in der Tasche hat, kann auch ohne Abitur an jeder Hochschule vorbehaltlich von Zulassungsbeschränkungen alles studieren. Aber wer sich nach dem Gesellenbrief » nur « fortgebildet hat, kann unter Umständen auch ohne Abitur studieren. Lass dich bitte an der Hochschule deiner Wahl genau beraten. Es gibt einige Möglichkeiten z. B. mit Aufstiegsfortbildungen nach dem Berufsbildungsgesetz oder mit bestimmten Fachschulabschlüssen. Wer seine Berufsausbildung erfolgreich absolviert und mindestens drei Jahre im erlernten Beruf gearbeitet hat, darf sein Können nach einer Beratung durch die Hochschule in einer Zugangsprüfung unter Beweis stellen und anschließend das ausgewählte Studium beginnen.

P wie PRAKTIKUM

Wenn in naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen Studenten im Labor ihr Wissen anwenden, heißt das meist Praktikum. Solch semesterbegleitende Lehrveranstaltungen sind Pflicht in vielen Studiengängen und werden mit Credit Points belohnt. Ebenso wie Praxissemester. Sie sind die Möglichkeit, ein ganzes Semester Praxisluft in Unter nehmen zu schnuppern. Im Ausland absolviert sind sie für spätere Arbeitgeber ein extra Anreiz, den Bewerber ins Unternehmen zu holen. Wer sich über diese vorgeschriebenen Praktika hinaus in der vorlesungsfreien Zeit freiwillig praktisch bildet, kann sich das oft als Studienleistung anrechnen lassen. In manchen Fachbereichen sind außerdem Orientierungs- oder Vorpraktika zu Studienbeginn gefordert.

Q wie QUEREINSTIEG

Wechseln, um aufzusteigen – das ist das Motto beim Quereinstieg im Studium. Wer seinen Studiengang während des Studiums wechselt, kann sich das bereits erworbene Wissen in Form von besuchten Lehrveranstaltungen und abgelegten Prüfungen anrechnen lassen – und startet in einem höheren Fachsemester als das erste. Reibungslos funktioniert der Quereinstieg deshalb in verwandten Studiengängen. Wer seinen angestrebten Studienplatz nicht bekommen hat, könnte neben einem Studienplatzwechsel auch über einen späteren Quereinstieg dennoch zum Ziel gelangen.

R wie REGELSTUDIENZEIT

Wie lange ein Studium dauern sollte, regelt die Prüfungsordnung eines jeden Studiengangs. Darin festgeschrieben ist nämlich nicht nur die Anzahl der Prüfungen und zu besuchen den Lehrveranstaltungen. Auch die Zeit, in der das Studium absolviert werden sollte, ist darin festgelegt. An der Regelstudienzeit orientiert sich ebenso die Dauer einer möglichen finanziellen Unterstützung wie Stipendien oder BAföG.

S wie STUDENTENWERK

Fürs Studieren sind die Hochschulen da, fürs Leben die Studentenwerke. Sie betreiben nicht nur Studentenwohnheime und Mensen, sondern kümmern sich mit ihren Beratungsstellen um sämtliche wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Belange. Darüber hinaus sind die vier Studentenwerke in Sachsen Anlaufstelle für Studierende mit Handicap, ein Studium mit Kind, helfen Ratsuchenden bei psychologischen Problemen und stehen bei Bedarf auch bei Rechtsfragen zur Seite.

T wie TUTOR

Im alten Rom war ein Tutor ein Beschützer. Für viele Erstsemester ist er das noch immer. Kommilitonen aus höheren Fachsemestern verdienen sich als studentische Hilfskräfte etwas dazu und leiten als Tutoren jüngere Fachsemester an. In Tutorien vertiefen sie den Stoff von Vorlesungen und Seminaren und stehen Studienanfängern mit ihrem Erfahrungsschatz zur Seite.

U wie URLAUBSSEMESTER

Im Studium hat Urlaub nicht zwingend etwas mit einer Auszeit zu tun. Viele Studierende nutzen diese mögliche Pause vom Studium für ein Praktikum im Ausland, manche sogar für ein ganzes Auslandssemester. Unterbrechungen des Studiums sind allerdings auch für Privates möglich. Wer zum Beispiel während des Studiums Kinder bekommt oder Angehörige pflegt, darf pausieren.

V wie VORKURS

Schulwissen auffrischen, um den Studieneinstieg zu erleichtern – dafür bieten viele Hochschulen sogenannte Vorkurse an. Solche Kurse sind nicht nur die beste Gelegenheit, eine Ahnung vom künftigen Studium zu erhaschen. Auch die Arbeitsweise an einer Hochschule, die ersten Kommilitonen und der Campus lernen sich so schon gut kennen.

W wie WILLKOMMEN

Deutschkurse, kostenfreie Gasthörerschaft, eine Online Plattform für geflüchtete Wissenschaftler, viele Aktivitäten des Studentenrates, der vielen ehrenamtlichen Helfer an den Hochschulen oder des Studentenwerkes: Die Hochschulen arbeiten mit viel Kraft daran, Flüchtlinge hier willkommen zu heißen und ihr Ankommen zu erleichtern.

X wie XEROGRAPHIE

Was die alten Griechen als Begriff für »trockenes Schreiben« verwendeten, ist die Basis fürs Studium. Ohne die Xerografie, heute viel eher als Fotokopie bekannt, wäre das Studium nämlich ganz schön teuer. Zum Glück bieten nicht nur die einzelnen Hochschulbibliotheken, sondern auch die Sächsische Staats-, Landes- und Universitätsbibliothek SLUB sowie die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig beinahe rund um die Uhr kostenlosen Zugang zu den Büchern dieser Welt – und wenn es mal wieder ganz schnell gehen muss, auch zu den Kopiergeräten.

Y wie YOUTUBE-STUDIENINFOS

Einen eigenen Filmkanal auf der Online-Plattform »You Tube« hat auch »Pack dein Studium. Am besten in Sachsen.« Seit September 2008 machen wir nicht nur auf das Hochschulland aufmerksam, sondern liefern auch Tipps und Infos für ein erfolgreiches Studium im Freistaat. Guck doch mal vorbei:

Z wie ZULASSUNG

Ordnung im Bewerbungswirrwarr bieten bundesweit einheitliche Zulassungsverfahren für bestimmte Studiengänge. Seit 1973 entschied die Zentralstelle für die Vergabe von Studien plätzen (ZVS) darüber, wer einen Studienplatz in besonders begehrten Fächern wie zum Beispiel Medizin bekam. Seit Mai 2010 übernimmt diese Aufgaben nun die Stiftung für Hochschulzulassung. Bewerbungen sind nur im Internet über ein Online-Verfahren möglich: